Speisekarte durchforstet
Kein Haifisch mehr für Chinas Kommunisten

Chinas Präsident Xi streicht den kommunistischen Funktionären bei Festgelagen teure Wildtiere wie Schwalben, Bärentatzen oder Seepferdchen von der Speiseliste. Der Vorstoß ist allerdings politisch motiviert.
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PekingSelten bekommt Chinas Führungsriege Applaus von Umweltgruppen, diesmal erntet die neueste Idee des chinesischen Präsidenten Xi Jinping aber Lob von den Aktivisten: Auf staatlichen Banketten sind ab sofort sowohl Schwalbennester als auch Haifischflossen verboten. Wegen der Beliebtheit solcher Gerichte bei der chinesische Oberklasse droht derzeit die Ausrottung einer ganze Reihe von Arten.

„Die Entscheidung ist super. Sie hilft der Umwelt gleich mehrfach“, sagt Mathew Durmin, ein örtlicher Vertreter des Umweltverbands The Nature Conservancy, einer amerikanischen Partnerorganisation des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). „Eine solche Entscheidung auf höchster Ebene hat in China erhebliche Signalwirkung.“

Der Aufstieg Chinas zum Wohlstand in den vergangenen zwanzig Jahren hat ganz neue Bedrohungen für eine Reihe von Tierarten mit sich gebracht. Während der Verzehr der teuren Haifischflossensuppe früher das Privileg einer winzigen Elite war, können sich heute immer breitere Schichten die vermeintliche Delikatesse leisten.

Die Nachfrage aus China schafft so erheblichen Anreiz zur Haifischjagd: Schätzungen zufolge lassen zwischen 50 und 100 Millionen der Fische jährlich für die Suppe ihr Leben.

Einige Haiarten sind bereits im Aussterben begriffen, andere stark bedroht. Umweltschützer sind über die Art des Haifischfangs besonders erzürnt, weil das Fleisch der Tiere im Wesentlichen ungenießbar ist. Die Fischer schneiden ihnen die Flossen ab und werfen sie lebend wieder ins Wasser, wo der Tod erst nach mehreren Stunden der Qual einsetzt.

Doch trotz des Lobs der Aktivisten für den jetzigen Vorstoß: Das Hauptmotiv von Xi war nicht der Umweltschutz. Die Entscheidung war dagegen politisch motiviert. Es geht dem Präsidenten um die Beliebtheit seiner Partei: Das Volk stört sich schon lange daran, dass „die Bonzen“ auf Kosten des Steuerzahlers immer üppigere Gelage abhalten.

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