Spektakulärer Prozess in Brasilien
Suzane von Richthofen muss wegen Elternmordes hinter Gitter

Vor vier Jahren machte ein Mord an einem Ehepaar in Brasilien Schlagzeilen weit über das Land hinaus: Eine 22-Jährige mit dem berühmten deutschen Nachnamen von Richthofen sollte ihre Eltern aus Habgier umgebracht haben. Ein Gericht sah dies nun als erwiesen an. Was genau in der Familie des „Roten Barons“ geschah.

HB SAO PAULO. Ein Geschworenengericht in Sao Paulo sah es am Samstag als erwiesen an, dass die damals 19 Jahre alte Suzane von Richthofen die Bluttat im Oktober 2002 gemeinsam mit ihrem Freund und dessen Bruder geplant hatte. Das Verbrechen hatte wegen Suzanes Liebesbeziehung über Standesunterschiede hinweg und angesichts des Reichtums der Familie in Brasilien für großes Aufsehen gesorgt und war ob des berühmten Ahnherrs auch in Deutschland durch die Presse gegangen. Suzane von Richthofen ist eine Verwandte des legendären deutschen Jagdfliegers Manfred Freiherr von Richthofen, genannt „Der rote Baron“.

Manfred Alberto von Richthofen, ein Großneffe des „Roten Barons“, und seine Ehefrau Marisia waren am 31. Oktober erschlagen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden worden. Die beiden beschuldigten Brüder gestanden die Tat; Suzane gab zu, sie unterstützt zu haben. Sie ließ ihren damaligen Freund Daniel Cravinhos und dessen Bruder Christian am Abend des 30. Oktobers 2002 ins Haus. Beide verwüsteten nach der Bluttat die Bibliothek der Familie, um einen Raubüberfall vorzutäuschen.

Das Trio wurde am Samstag von sieben Geschworenen schuldig gesprochen. Nach einer Entscheidung von Richter Alberto Anderson Filho müssen Suzane und Daniel für 39 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Christian wurde zu 38 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sie hatte jeweils 50 Jahre Haft gefordert.

Mord aus Habgier

Suzane habe das Verbrechen geplant, um an das Geld ihrer Eltern zu kommen, argumentierte Staatsanwalt Roberto Tardelli. Auch Daniel und Christian, die aus einer Familie der unteren Mittelschicht stammten, hätten aus Gier gehandelt. Das Vermögen der von Richthofens – der Vater war Ingenieur, die Mutter Psychologin – wurde auf rund 2 Mill. Real (730 000 Euro) geschätzt. „Das war das scheußlichste und grausamste Verbrechen, das ich in meinen 26 Jahren als Staatsanwalt je gesehen habe“, sagte Tardelli am Freitag. Suzane habe finanziell unabhängig sein wollen, „ohne dafür arbeiten zu müssen“.

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