Spekulation über Hintergründe
Überraschende Wende im Fall der Polizeihundeschule

Der Vorwurf sexistischer Misshandlungen von Polizistinnen an der bayerischen Polizeihundeschule ist vom Tisch. Die Regensburger Staatsanwaltschaft fand bei der Vernehmung der Absolventinnen keinen Anhaltspunkt für Straftaten und stellte die Ermittlungen am Freitag ein.

HB REGENSBURG. Die Gewerkschaft der Polizei vermutet hinter den anonymen Anschuldigungen einen privaten Racheakt. „Alle Zeuginnen haben erklärt, sie seien in Herzogau niemals zu irgendwelchen Handlungen gezwungen oder auch beleidigt worden“, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel mit.

Keiner sei etwas davon bekannt, dass jemand Urin trinken oder Essensreste habe essen müssen. Auch auf rechtsradikale Straftaten oder Tierquälereien habe sich keinerlei Hinweis ergeben. Diese Vorwürfe waren in einem anonymen Brief an die bayerische SPD erhoben worden.

In Anwesenheit einer erfahrenen Staatsanwältin seien 15 der 16 Polizeibeamtinnen vernommen worden, die in den letzten drei Jahren in Herzogau ausgebildet wurden. Jeder sei auch ein vertrauliches Gespräch angeboten worden. Eine Absolventin sei wegen Urlaubs nicht erreichbar. Es „besteht kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen“, erklärte der Staatsanwalt. Es habe sich keinerlei Anhaltspunkt dafür ergeben, dass die Vorwürfe zuträfen - „eher im Gegenteil“, sagte Ruckdäschel.

Wenn der anonyme Briefschreiber erwischt werde, „ist es nicht so gut für ihn“, sagte der Staatsanwalt: Ihm könne ein Verfahren wegen Verleumdung oder falscher Verdächtigung drohen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, sagte der Nachrichtenagentur AP: „Wir gehen davon aus, dass es ein Rachefeldzug ist.“ Er sei erleichtert, dass die Staatsanwaltschaft den Fall so rasch aufgeklärt habe. Er zeige, wie gefährlich vorschnelle Urteile seien.

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