Spezialfirma Eqecat kalkulier vorab eine Summe von 18 Milliarden US-Dollar
"Rita" verursacht Milliarden-Schäden

Die auf Katastrophen-Schätzungen spezialisierte amerikanische Spezialfirma Eqecat hat die die möglichen versicherten Sturmschäden von Hurrikan „Rita“ auf 9 bis 18 Milliarden Dollar (15 Millarden Euro) geschätzt.

HB NEW YORK/OAKLAND. Diese Prognose gab das in Oakland (Kalifornien) ansässige Unternehmen am Freitag bekannt, noch ehe „Rita“ das Festland erreicht hatte. Die tatsächliche Intensität könne zu starken Änderungen der ursprünglichen Schätzung führen. Nachdem „Rita“ auf die Stärke 3 abgestuft worden war, sind die amerikanischen Öl- und Energiepreise am Freitag deutlich gefallen. „Rita“ donnerte am Samstag mit Windspitzen von 335 Kilometern in der Stunde bei Sabine Pass in Texas an der Grenze zu Louisiana. Damit blieb sowohl der Millionenstadt Houston als auch der Insel Galveston ein direkter Treffer erspart.

Das Ausmaß der Schäden in der von „Rita“ getroffenen Küstenregion im Süden der USA ist noch völlig unklar. Erst nach Tagesanbruch und nachlassendem Wind können die Schäden in Augenschein genommen werden, hieß es. Auf dem Weg der Zerstörung von „Rita“ liegen zwei Dutzend Raffinerien. Besonders gefährdet sind Unternehmen der Ölindustrie in Port Arthur in Texas.

Sowohl die International Petroleum Exchange (IPE) in London als auch die Terminbörse Nymex wollten am Sonntag handeln. Damit erhalten die Öl- und Energiehändler die Möglichkeit, auf mögliche „Rita“- Auswirkungen auf die Öl- und Erdgasinstallationen im Golf von Mexiko sowie auf die Raffinerien im Einzugsgebiet des zweiten massiven Sturms seit Ende August zu reagieren.

Ölpreis am Freitag gefallen

Der Preis für Rohöl zur Novemberauslieferung fiel am Freitag an der Nymex zunächst um 2,31 Dollar oder knapp 3,5 Prozent auf 64,19 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit lag der Ölpreis um 9,4 Prozent niedriger als am 30. August. Einen Tag nachdem Hurrikan „Katrina“ auf das Festland getroffen war, hatte der New Yorker Ölpreis mit 70,85 Dollar Rekordniveau erreicht.

Durch Hurrikan „Rita“ waren 1,486 Millionen Barrel Ölproduktion im Golf von Mexiko lahm gelegt. Das waren nach Angaben der zuständigen US-Behörde MMS 99,1 Prozent der Gesamtförderung. Außerdem fehlten 72 Prozent der Erdgasproduktion in dem wichtigsten US-Fördergebiet. Im Golf von Mexiko werden jeweils mehr als 25 Prozent des amerikanischen Öls und Erdgases produziert.

Nach Angaben des amerikanischen Energieministeriums waren 16 Raffinerien mit einer Gesamtkapazität von rund vier Millionen Barrel in Texas und Louisiana im weiteren Einzugsgebiet von „Rita“ geschlossen. Fünf Raffinerien in Corpus Christi (Texas) hatten ihre Produktion verringert. Vier weitere Raffinerien waren bereits seit Hurrikan „Katrina“ außer Betrieb. Damit waren rund 30 Prozent der gesamten amerikanischen Raffineriekapazitäten stillgelegt. Zehn große Rohöl- und Mineralölprodukt-Pipelines waren außerdem geschlossen oder arbeiteten mit reduzierter Leistung. Sie versorgen weite Teile der USA.

Die Häfen von Houston und Corpus Christi waren ebenso wie die Offshore-Installationen des größten US-Ölimporthafens LOOP (Louisiana Offshore Oil Port) geschlossen. Nach Angaben des US-Energieministeriums war auch eine große Anzahl petrochemischer Werke von DuPont, Dow Chemical, Union Carbide, ExxonMobil, Lynondell/Equistar, Total Petrochemical und Chevron vor „Rita“ geschlossen worden. BASF und Bayer hatten ihre riesigen Chemiewerke in dem Einzugsgebiet in Texas nach eigenen Angaben ebenfalls evakuiert und stillgelegt.

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