Spionage
Deutscher Diplomat in russischer Liebesfalle

Die Verführungskünste einer russischen Agentin haben einen deutschen Spitzendiplomaten dazu gebracht brisante Informationen auszuplaudern. Aufgedeckt wurde der Spionagefall vom britischen Geheimdienst MI5.

MünchenEin deutscher Spitzendiplomat soll nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ in die Liebesfalle einer mutmaßlichen russischen Agentin getappt sein. Der Topbeamte und die 26-Jährige sollen täglich bis zu 100 E-Mails und Kurznachrichten ausgetauscht haben, in denen der Deutsche auch sensible Informationen ausgeplaudert haben soll, wie das Münchner Magazin am Sonntag unter Berufung auf Erkenntnisse des britischen Abwehrdienstes MI5 meldete. So habe der Diplomat habe unter anderem über die Nato und den Besuch von US-Politikern in Europa berichtet. Die Informationen soll die junge Russin dann an den Moskauer Auslandsgeheimdienst SWR weitergeleitet haben.

Die Russin, die sich derzeit vor einem Gericht in London gegen ihre Abschiebung wehrt, soll dem Bericht zufolge vor ihrer Liaison mit dem deutschen Diplomaten offenbar auch einen einflussreichen britischen Politiker ausgeforscht haben. 2006 habe sie sich laut MI5 gezielt an den liberalen Parlamentsabgeordneten Mike Hancock herangemacht. Der heute 65-jährige Liberale hat seinen Wahlkreis am Marine-Stützpunkt Portsmouth. Als Mitglied des Verteidigungsausschusses hatte er den Angaben zufolge zudem direkten Zugang zu geheimen Militärprojekten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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