Spontane Aktion nach G20-Gipfel
Tausende Freiwillige räumen Hamburg auf

Drei Nächte in Folge haben militante Demonstranten in Hamburg Geschäfte geplündert, Autos angezündet und ganze Straßenzüge ramponiert. Jetzt räumen Freiwillige die Stadt auf – sie sind einem Facebook-Aufruf gefolgt.
  • 2

HamburgLob kam von oberster Stelle: Bei seiner Stippvisite in Hamburg lobte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Initiative, die sich spontan über Facebook organisiert hatte: „Hamburg räumt auf“. Mehrere tausend Hamburger versammelten sich am Sonntag, um die Stadt aufzupolieren. Schockiert von den Straßenschlachten in der Stadt und den massiven Sachbeschädigungen versammelten sich Freiwillige und rückten mit Besen, Eimern und Handschuhen vor.

Mitten drin: Stefan Dries, Geschäftsführer des Hagebaumarkts. „Wir waren am Freitag ziemlich betroffen, als wir das gesehen haben“, erzählt der Manager im Interview am Straßenrand. „Wir haben dann die Sachen zur Verfügung gestellt: Besen, Schrubber, Handschuhe, Müllbeutel - alles, um den gröbsten Dreck von der Straße zu bekommen.“

Eine Hamburgerin hatte die Menschen zu Aufräumarbeiten im Schanzenviertel animiert und Zuspruch auch von Unternehmen erhalten. Um 13 Uhr versammelte sich ein wahres Freiwilligenheer, um gemeinsam die Stadt zu säubern. Eine Facebook-Gruppe zur Veranstaltung verzeichnete rund 8000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 10 000 Bürgern.

„Wir zeigen Solidarität mit unseren Nachbarn“, sagte Thorben Harms aus dem Stadtteil Barmbek der Deutschen Presse-Agentur. Mohamed und Walaa, Flüchtlinge aus Syrien, sagten: „Wir wollen etwas für Hamburg tun“ - aus Dankbarkeit für die Aufnahme in der Stadt. „Das schuldet man den anderen, die das alles hier ausgebadet haben“, sagte Björn Düßler aus dem angrenzenden Stadtteil Eimsbüttel, der zusammen mit seiner Frau und Kind an der Putzaktion teilnahm.

Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur

Kommentare zu " Spontane Aktion nach G20-Gipfel: Tausende Freiwillige räumen Hamburg auf"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Manchmal wäre es wirklich klasse, erst zu lesen und dann zu kommentieren... Der Aufruf kam NICHT von irgendeiner Partei, weder alt noch neu. Den Dreck wegmachen können wir auch gut ohne politische Ansage. Die zweite Bürgermeisterin war zwar auch zu ungefähr dem Zeitpunkt in der Schanze; ich kann es nicht beschwören, aber mit einem Besen hat sie wohl keiner gesehen.

  • HB : : „Hamburg räumt auf“. Mehrere tausend Hamburger versammelten sich am Sonntag, um die Stadt aufzupolieren."
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Wäre politisch "deeskalierend" gewesen, wenn man die Hauptverantwortlichen am Desaster, Frau Dr. Angela Merkel und Herrn Scholz, mit Eimer und Besen in den Händen bei den Aufräumarbeiten hätte antreffen können, zumal Selfies mit anderen "Aufräumern" sicherlich noch einige Prozente bei der ansstehenden BT-Wahl gebracht hätten ------ oder vielleicht nicht ?
    Aber, wie immer : "Wir schaffen das" und die Sprücheklopfer machen sich, wenns "Ernst" wird, vom Acker !!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%