Sprecherin will lieber schreiben
Eva Herman steigt bei der Tagesschau aus

Emanzipation mal anders: Weil sie in ihrem neuen Buch für die traditionelle Frauenrolle eintreten will, zieht Tagesschau-Sprecherin Eva Herman sich aus dem ARD-Flaggschiff zurück. Sie wolle ihre Arbeit bei der Tagesschau aus Rücksicht auf deren Neutralität ruhen lassen.

HB HAMBURG. Die „Tagesschau“-Sprecherin Eva Herman (47) nimmt eine Auszeit. Die Sprecherin wolle sich Ende August für ein bis zwei Jahre von ihrer Arbeit bei ARD-aktuell zurückziehen und sich verstärkt ihrer Tätigkeit als Autorin widmen, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Sonnabend mit und bestätigte damit Medienberichte. Ihren „überraschenden Entschluss“ habe sie mit einem Buch zum Thema Emanzipation begründet, für das nach Veröffentlichung im September kontroverse Diskussionen erwartet werden. Seit 1989 spricht Herman die Nachrichten der „Tagesschau“. Sie bleibt Moderatorin beim NDR.

Die 47-Jährige informierte am Freitag den Ersten Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke, in einem persönlichen Gespräch über ihre Entscheidung. „Sie hat mir dabei über ein Buch zum Thema Emanzipation berichtet, das sie geschrieben hat und das voraussichtlich für kontroverse Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgen wird“, sagte Gniffke. „Mit Rücksicht auf die Neutralität der Tagesschau will sie deshalb ihre Arbeit hier ruhen lassen - eine Entscheidung, die großen Respekt verdient.“

Gänzlich zieht sich Herman aber nicht vom Fernsehschirm zurück. Monatlich wird sie im NDR Fernsehen mit Bettina Tietjen die Live- Talksendung „Herman & Tietjen“ aus Hannover moderieren sowie die Quizshow „Wer hat's gesehen?“. Der NDR ist einer von zehn Rundfunkanstalten der ARD.

Neben ihrer Fernseharbeit hat die Mutter eines Sohnes, die in vierter Ehe verheiratet ist, auch mehrere Bücher geschrieben. Dazu gehören Liebesgeschichten wie „Dann kamst du“ und das Sachbuch „Vom Glück des Stillens“. Worum es in ihrem nächsten Buch unter dem Titel „Das Eva-Prinzip - Für eine neue Weiblichkeit“ geht, kündigt der Schweizer Pendo-Verlag auf seiner Internet-Seite an: „Eva Herman plädiert für eine Rückkehr zur traditionellen Wahrnehmung der Geschlechter, um die Familie und damit die ganze Gesellschaft vor dem Aussterben zu bewahren.“ Anliegen des Buches sei es, Frauen ihre Weiblichkeit neu entdecken zu lassen.

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