Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klinikmitarbeiter
Zwei Tote durch Legionärskrankheit

Im Klinikum Frankfurt (Oder) sind zwei Frauen an der seltenen Legionärskrankheit gestorben. Das bestätigte der Sprecher des Gesundheitsamtes der brandenburgischen Stadt, Heinz-Dieter Walter am Dienstag. Drei weitere Patienten würden noch wegen der von Bakterien verursachten Infektion behandelt. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht.

HB/dpa FRANKFURT/ODER. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Legionärskrankheit für den Tod von bis zu sechs Menschen verantwortlich ist. Das sagte ein Sprecher der Behörde in Frankfurt/Oder. Damit bestätigte er entsprechende Informationen der „Märkischen Oderzeitung“. Möglicherweise seien die Infektionen durch Fehlverhalten des Klinikums verursacht worden. „Beides ist sehr, sehr vage“, betonte der Sprecher. Auslöser der Ermittlungen war demnach eine anonyme Anzeige, die Mitte des Monats bei der Behörde einging.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen zwei leitende Mitarbeiter des Krankenhauses.

Die Klinik habe Anfang des Monats entsprechend der Vorschriften des Seuchengesetzes die zuständigen Stellen über Fälle von Legionärskrankheit informiert. Danach seien sofort umfangreiche Maßnahmen eingeleitet worden, um den Erreger, das weltweit verbreitete Bakterium Legionella pneumophila, einzudämmen.

Die Bakterien hätten sich vermutlich in Teilen der umfangreichen Warmwasseranlage des Klinikums ausgebreitet, sagte Gesundheitsamtssprecher Walter. Im Trinkwasser hätten sich keine Legionellen feststellen lassen. Zwischenzeitlich sei in der betroffenen Abteilung ein Duschverbot verhängt worden.

Das Gesundheitsministerium in Potsdam bestätigte, von den Vorfällen Kenntnis gehabt zu haben. „Die im Krankenhaus Markendorf durch Legionellen verursachten Erkrankungen und Todesfälle sind uns bekannt“, teilte der Ministeriumssprecher Florian Engels auf Anfrage mit. Die genaue Zahl der Fälle solle bei den jetzt anstehenden Untersuchungen ermittelt werden, hieß es weiter.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin schätzt, dass in Deutschland jährlich 6000 bis 10 000 Lungenentzündungen von solchen Bakterien verursacht werden. Nach diesen Angaben wurden im vergangenen Jahr offiziell 413 Fälle gemeldet. Informationen über die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lagen dem Institut nicht vor.

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