Stärke 6,0
Beben erschüttert Portugal, Spanien und Marokko

Ein Erdbeben der Stärke 6,0 hat am Donnerstag Portugal sowie Teile von Spanien und Marokko erschüttert, wie das portugiesische Meteorologie-Institut mitteilte. Menschen kamen nicht zu schaden, auch Gebäudeschäden wurden nicht gemeldet.
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HB LISSABON/MADRID. Das Beben hatte sein Epizentrum im Atlantischen Ozean mehr als 100 Kilometer südwestlich der portugiesischen Stadt Faro. Die Erdstöße waren in Portugal fast im ganzen Land bis hinauf in den Norden zu spüren. In Spanien machten sie sich vor allem in den andalusischen Metropolen Huelva, Sevilla und Córdoba bemerkbar. Zahlreiche Bewohner, die von den nächtlichen Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen worden waren, riefen besorgt bei den Rettungsdiensten an. In Marokko waren die Erdstöße vor allem in den Städten Rabat, Casablanca und Tanger zu spüren.

Das Beben wurde um 2.37 Uhr (MEZ) registriert. Es folgten wenigstens acht schwächere Nachbeben. Nach US-Angaben lag das Epizentrum zehn Kilometer tief. Spanische Stellen sprachen sogar von einer Tiefe von 58 Kilometern. Auch die genaue Stärke des Bebens war zunächst unklar: Das spanische Geografie-Institut bezifferte sie auf 6,3, die US-Beobachtungsstelle USGS ging von einer Stärke von 5,7 aus und das zuständige Institut in Marokko von 5,5.

Der Atlantik südwestlich von Portugal gilt als ein erdbebengefährdetes Gebiet. Erst im Februar 2007 hatten sich dort Erdstöße von etwa derselben Stärke ereignet. Auch damals waren keine Schäden entstanden. Experten wiesen darauf hin, dass bei dieser Art von Beben keine Gefahr von Tsunamis bestehe.

Henrique Vicêncio vom portugiesischen Katastrophenschutz bezeichnete das jüngste Beben als "gutartig". "Auf diese Weise werden unterirdische Spannungen freigesetzt, die sich im Laufe der Zeit aufgebaut haben", sagte der Experte dem staatlichen Sender RTP. "So wird verhindert, dass sich in Zukunft Erdbeben von noch größerer Stärke ereignen."

Im Jahr 1755 war Lissabon von einem verheerenden Erdbeben weitgehend zerstört worden. Etwa 60 000 der damals 275 000 Bewohner kamen ums Leben. Auch in anderen Teilen Portugals, Südspaniens und Nordafrikas wurden Tausende von Menschen getötet. Die Stärke des damaligen Bebens wird auf 8,6 bis 9,0 geschätzt.

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