Star-Wars-Bar Wo der Imperator den Drink mixt

Kurz vor Kinostart des neuen „Star Wars“-Films heißen in den USA „Darkside Bars“ Fans der Sternen-Saga willkommen. Unsere New-York-Korrespondentin hat einen Abend auf der dunklen Seite der Macht verbracht.
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Zwei Fans mit Star-Wars-Masken. Zu trinken gibt es „The Imperial“ oder „The Galaxy“ Quelle: dpa
Darkside Bar in New York

Zwei Fans mit Star-Wars-Masken. Zu trinken gibt es „The Imperial“ oder „The Galaxy“

(Foto: dpa)

New YorkManhattan, Freitagabend. Mehr als 30 Menschen stehen Schlange vor der Bar in der 201 Lafayette Street. „Darkside Bar“ leuchtet rot am Fenster, die Buchstaben sind unverkennbar im Star-Wars-Schriftzug gehalten. Andrew und Emma sind extra aus dem Bundesstaat Connecticut nach New York gekommen, um diesen Abend unter dem Star-Wars-Motto zu genießen.

„Wir haben auf Facebook davon erfahren“, sagt Andrew. Drinnen warten Sturmtruppler und Darth Vader sowie Cocktails, die „Red Force“ oder „Blue Force“ heißen – oder auch „The Imperial“, in Anspielung auf das Imperium, und „The Galaxy“. Als echte Star-Wars-Fans wollten sich Andrew und Emma das nicht entgehen lassen.

Jeden Tag um Punkt 18 Uhr verwandelt sich das eher unscheinbare „French Block Café“ in die „Darkside Bar“. Es ist eine Pop-Up-Bar, die bis Mitte Januar geöffnet bleibt. Vor knapp zwei Wochen hat sie die ersten Gäste eingelassen, es gibt noch weitere in Washington und, seit vorigem Wochenende, auch in Hollywood, wie Zach Neil erklärt. Der 33-jährige Veranstalter, der Bart und Hut trägt, steht hinter dem Franchise, das sich darauf spezialisiert hat, Themenbars auf limitierte Zeit zu eröffnen. Diesmal dreht sich alles um Star Wars – passend zum Kinostart des neunten Films „Episode 8“ am 14. Dezember.

Das ist die Star-Wars-Saga
Krieg der Sterne (im Original: Star Wars)
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Der Science-Fiction kommt im Februar 1978 unter der Regie von George Lucas in die deutschen Kinos. In den USA startete der Film bereits 1977. In einer weit, weit entfernten Galaxie wehrt sich eine Gruppe von Rebellen gegen die Unterdrückung durch das machthungrige Imperium. An der Spitze der dunklen Streitmächte steht die Figur Darth Vader mit seiner schwarzen Atemmaske. Nach der Veröffentlichung der Fortsetzung wurde der Film in „Krieg der Sterne: Episode IV - Eine neue Hoffnung“ umbenannt. Nominell hat der Film 775 Millionen Dollar eingespielt, inflationsbereinigt sind es heute sogar 2,4 Milliarden Dollar. Es war der Anfang eines nie dagewesenen Hypes.

Episode V – Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back)
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Die Fortsetzung des monumentalen Weltraum-Epos mit vielen Spezialeffekten kommt 1980 unter der Regie von Irvin Kershner in die Kinos. Darth Vaders gefährlichste Waffe, der Todesstern, ist zerstört, doch seine Truppen sind nicht geschlagen. Sie stöbern die Rebellen in ihren Verstecken auf und unterwerfen sie. Nominelles Einspielergebnis: 538 Millionen Dollar.

Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi)
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Das gute Ende der Saga flimmert 1983 unter der Regie von Richard Marquand über die Leinwände. Wesen aus allen Ecken der Galaxis treffen die Vorbereitungen für die entscheidende Schlacht gegen das Imperium – und gewinnen mit Hilfe der wiedererstarkten Jedi-Ritter. Nominelles Einspielergebnis: 475 Millionen Dollar.

Episode I – Die Dunkle Bedrohung (The Phantom Menace)
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1999 springt Regisseur George Lucas rund 30 Jahre vor die Ereignisse der bekannten Star-Wars-Filme zurück. In der Galaktischen Republik ist ein Streit über die Besteuerung der Handelsrouten ausgebrochen. Der friedliche Planet Naboo mit seiner Königin Amidala wird von der geldgierigen Handelsföderation angegriffen. Damit war nach rund anderthalb Jahrzehnten der Boom zurück. Einspielergebnis: Knapp über eine Milliarde Dollar.

Episode II – Angriff der Klonkrieger (Attack of the Clones)
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George Lucas setzt 2002 seine Sternenkrieger-Vorgeschichte fort. Königin Amidala hat den Thron von Naboo verlassen, um Senatorin zu werden. Im Senat deckt sie einen Korruptions-Deal auf, und ihr Leben gerät in Gefahr. Einspielergebnis: 649 Millionen Dollar.

Episode III – Die Rache der Sith (Revenge of the Sith)
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2005 kommt die Vorgeschichte zu ihrem Ende. Regisseur George Lucas lässt die Machtkriege weiter wüten. Die Kluft zwischen Kanzler Palpatine und dem Jedi-Rat wird immer weiter vergrößert. Dabei gerät der junge Jedi-Ritter Anakin Skywalker in einen schweren Gewissenskonflikt. Er wird später zum bösen Darth Vader. 848 Millionen Dollar lautete das Einspielergebnis weltweit.

Episode VII - Das Erwachen der Macht (The Force Awakens)
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Als diese Folge unter der Regie von J.J. Abrams nach vielen Jahren der Pause 2015 erscheint, sorgt das in den Kinos für einen großen Ansturm. Wieder gibt es einen inhaltlichen und zeitlichen Sprung: Der Film setzt die Handlung von 1983 fort. Das Imperium ist durch die Erste Ordnung abgelöst worden. Die ebenfalls diktatorische Organisation führt Krieg gegen den Widerstand. Beide Seiten suchen nach dem verschollenen Jedi-Ritter Luke Skywalker. Der Film spielte weltweit bisher über zwei Milliarden Dollar ein und ist damit der dritterfolgreichste Film aller Zeiten.

Zach hatte einst ein Restaurant eröffnet und ist damit pleite gegangen. Doch der Amerikaner – mit deutschen Vorfahren – gab nicht auf, sondern versuchte es erneut, diesmal mit einem Club. Der Ausflug ins Nachtleben funktionierte deutlich erfolgreicher als der in die Gastronomie. Vor allem Themenabende kamen gut an. „Dann habe ich mir gedacht: Was ist, wenn wir einfach nur Themenabende oder gleich Themenwochen veranstalten?“

Gesagt, getan. Den Club hat er nicht mehr. Dafür mietet Zack heute auf befristete Zeit Lokale, um dort Pop-Up-Bars zu organisieren. Er hat schon Erfolge mit dem „Beetle House“ in New York und in Los Angeles gefeiert. Eine Hommage an den Tim Burton-Fantasy-Film „Beetlejuice“. Die Pop-Up Bar „Stay Classy“ dagegen war angelehnt an Will Ferrells „Staying Classy“: Sie gab es in Washington, Boston und New York.

Zach bezeichnet sich selbst als Promoter. „Das Gute an dem Pop-Up-Konzept: Wir haben keine monatliche Miete und keine Stromrechnungen, die uns Kopfzerbrechen machen“, erklärt der Star-Wars-Fan den Vorteil seines neuen Geschäfts. Gerade betritt eine als Alien gekleidete Burlesque-Tänzerin das Lokal.

Die unglaublichen Rekorde der Kultfilme
Erfolgreichste Filmreihe
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Star Wars ist die kommerziell erfolgreichste Filmserie der Geschichte. Vor 40 Jahren, am 25. Mai 1977 kam der erste Film in die Kinos. Allein bis 2012 wurden inklusive der Kinotickets geschätzte 24 Milliarden Euro eingenommen.

Internationale Begeisterung
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„Episode III: Die Rache der Sith“ lief zum Kinostart gleichzeitig in 115 Ländern an – Weltrekord.

Macht der Vorfreude
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Kein anderer Trailer eines Films wurde gleich am ersten Tag so oft gesehen wie der zu „Das Erwachen der Macht“. 30,65 Millionen Menschen sahen ihn sich im April 2015 auf Youtube an.

„Das Erwachen der Macht“
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Auch sonst ließ „Das Erwachen der Macht“ kaum einen Superlativ aus. In den Kinos spielte er weltweit gut zwei Milliarden US-Dollar ein und damit fast soviel wie „Titanic“ und „Avatar“. In den USA ließ er die beiden Blockbuster sogar deutlich hinter sich.

Richtig (Kino-)Kasse gemacht
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Insgesamt spielten die Star-Wars-Filme bisher weltweit etwa 6,6 Milliarden US-Dollar ein.

Reicher Autor
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Niemand wurde durch eine Filmreihe so reich wie Star-Wars-Erfinder George Lucas (r.). Statt sich für den ersten Streifen ein Honorar auszahlen zu lassen, sicherte er sich die Rechte an den Fortsetzungen und den Merchandising-Artikeln. 2012 verkaufte er seine Produktionsfirma Lucasfilm an Disney für vier Milliarden US-Dollar. Das Forbes-Magazin schätzte sein Vermögen 2016 auf 4,9 Milliarden Dollar.

Ausgezeichneter Filmkomponist
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Star-Wars-Komponist John Williams (l.) ist der lebende Mensch mit den meisten Oscar-Nominierungen: 50 an der Zahl. Fünfmal gewann er, darunter 1978 für den ersten Star-Wars-Soundtrack.

Die Menschen mögen die an Filme und Fernsehserien angelehnten Abende, wie der Abend in Manhattan zeigt. Micki im R2D2-Pullover und ihr Freund Ross waren auch schon bei „Breaking-Bad“-Abenden in Brooklyn. Das Lokal war eine Hommage an die Fernsehserie, in der ein Chemie-Lehrer mit Lungenkrebs chemische Drogen herstellt und vertreibt, um die finanzielle Zukunft seiner Familie zu sichern.

Micki und Ross konnten dort ihre Cocktails, nach ganz wissenschaftlichen Vorgaben, selber mixen. Diesmal sind sie von der Upper West Side nach Soho gekommen, vorbestellt haben sie im Internet: 33 Dollar pro Person kostet der Abend. Im Preis sind zwei schrille oder dampfende Cocktails inklusive – gemixt von der Barkeeperin in schwarzem Kapuzen-Cape.

Vor allem Paare sind an diesem Abend gekommen. Speed Dating für Aliens steht ein andermal auf dem Programm.

33 Dollar pro Person kostet der Abend – inklusive zwei dampfender Cocktails. Quelle: Katharina Kort
„Dark Side Bar“ in New York

33 Dollar pro Person kostet der Abend – inklusive zwei dampfender Cocktails.

(Foto: Katharina Kort)

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