Starke Gewitter
Unwetterfront sorgt für Chaos in Norddeutschland

Blitzschläge, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume: Nach Hitze und Hochwasser sorgen nun in Norddeutschland schwere Gewitter und Starkregen für Aufregung. Es kam zu hunderten Feuerwehreinsätzen.
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BrunsbüttelSchwere Gewitter mit Starkregen haben in Norddeutschland für erhebliche Schäden und hunderte Feuerwehreinsätze gesorgt. Am Mittwochabend setzte die Unwetterfront vielerorts Straßen und Keller unter Wasser, zudem gab es Brände durch Blitzschläge und Probleme mit umgestürzten Bäumen, wie Feuerwehr und Polizei mitteilten. Besonders betroffen war der Südwesten Schleswig-Holsteins.

In Brunsbüttel an der Elbe standen nach Angaben der örtlichen Feuerwehr Straßen und Plätze bis zu 1,5 Meter unter Wasser, viele Keller wurden überschwemmt. Unter der Last der Regenmassen brach das Flachdach eines Supermarkts zusammen. Die Mitarbeiter hätten sich "gerade noch" in Sicherheit bringen können, teilte der Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen am Donnerstag mit.

Allein in der Kleinstadt im Kreis Dithmarschen mussten die Retter zu 150 Einsätzen ausrücken. Damit habe es sich um das schwerste Unwetter zumindest der jüngeren Vergangenheit gehandelt, erklärte Gemeindewehrführer Bernd Meier: "Das hat alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt."

Die Lage in Brunsbüttel war derart angespannt, das die zuständige Leitstelle die Katastrophenschutzeinheit des Kreises Dithmarschen in die Stadt beorderte. Diese war gerade auf dem Rückweg aus einem Hochwassereinsatz in Sachsen-Anhalt und wurde während der Fahrt umgeleitet.

Auch außerhalb Brunsbüttels gab es schwere Schäden. Die Feuerwehren in den Kreisen Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg rückten am Abend und in der Nacht zu mehr als 400 Einsätzen aus, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg am Donnerstag mit. Straßen und Keller seien "reihenweise" überflutet worden. Eine genaue Bilanz sei noch gar nicht möglich.

Auch in Niedersachsen bis hinunter in das nördliche Nordrhein-Westfalen sorgten die Unwetter für überflutete Keller und andere Schäden. Im Kreis Stade in Niedersachsen setzten Blitzeinschläge nach Angaben der Polizei zudem zwei Wohnhäuser in Brand, verletzt wurde niemand. Im Gütersloh in NRW liefen laut Polizei 120 Tiefgaragen und Keller voll Wasser, Autos blieben in überschwemmten Bahnunterführungen stecken.

Auch am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag muss in Deutschland nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) wieder mit unwetterartigen Gewittern samt Sturm, Hagel und teils extremem Starkregen gerechnet werden. Örtlich seien auch Tornados denkbar.

Am Morgen warnte der DWD zunächst vor entsprechenden Unwettern in den westlichen Ländern Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Im Tagesverlauf und bis in die Nacht sollte dann eine neue schwere Gewitterfront von Frankreich kommend in nordöstlicher Richtung quer über die Mitte Deutschlands bis in den Osten ziehen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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