Starke Strömung verhindert Bergungsarbeiten
Rund 400 Tote bei Fährunglück in Bangladesch

Vermutlich rund 400 Menschen sind am Mittwoch in Bangladesch ertrunken, als eine völlig überfüllte Fähre bei Hochwasser in einen Strudel geriet und sank. Die Polizei zitierte Überlebende mit den Worten, es seien bis zu 600 Menschen an Bord gewesen.

Reuters DHAKA. Nur 200 Schiffbrüchige hätten überlebt. Darunter war auch ein 18 Monate altes Mädchen, deren Eltern offenbar ertranken. „Es ist ein Wunder. Niemand weiß, wie sie überleben konnte“, berichtete ein örtlicher Journalist.

Das Unglück hatte sich kurz vor Mitternacht auf dem Fluss Meghna ereignet, dessen Wasserstand wegen der Monsun-Regenfälle im Mündungsgebiet zweier Nebenflüsse stark gestiegen war. Der Meghna ist dort rund 60 Meter tief. Deshalb könnte es nach offiziellen Angaben noch Tage dauern, bis die Leichen geborgen werden. Am Mittwoch musste ein Rettungsschiff die Bergungsarbeiten wegen der starken Strömung vorerst einstellen. Hunderte Menschen versammelten sich in Sorge um Freunde und Verwandte am Flussufer. Die Polizei teilte mit, bislang seien erst drei Tote geborgen worden.

Die für 300 Personen ausgelegte Fähre „M.V. Nasreen“ war aus der Hauptstadt Dhaka kommend auf dem Weg nach Barisal im Süden des Landes. Sie sank rund 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt.

„Die Fähre drehte sich plötzlich zur Seite“, berichtete Samir Chandra Adhikari, der das Unglück überlebte. „Nach wenigen Momenten kippte sie vornüber und ich sprang in den Fluss.“ Er sei dann an das mehr als 100 Meter entfernte Ufer geschwommen. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 19 Überlebende behandelt,

ein Mensch starb im Krankenhaus.

Im vergangenen Jahr waren nach offiziellen Angaben in unmittelbarer Nähe bei einem ähnlichen Unglück 450 Menschen gestorben. Experten schätzen, dass von rund 20 000 Fähren des Landes nur 8 000 registriert sind.

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