Starkes Erdbeben im Südpazifik
Tsunami-Warnsystem hat versagt

Ein massives Beben hat sich am Mittwoch im Südpazifik ereignet. Zu spüren waren die Erschütterungen auf den Fidschi-Inseln, Hawaii und Neuseeland. Die Befürchtung, es könne ein Tsunami auf die Region zukommen, bewahrheitete sich aber nicht.

HB WELLINGTON/WASHINGTON/TONGA. Nach einem sehr schweren Erdbeben im Pazifik ist die Inselnation Tonga am Donnerstag nicht von einer internationalen Tsunami-Warnung erreicht worden. Das teilte der Leiter des Katastrophenschutzamtes Tongas, Mali'u Takai, mit. Die Panne löste Zweifel an der Wirksamkeit des bestehenden Warnsystems aus.

Die Warnung wurde nach dem Beben der Stärke 7,8 vom amerikanischen Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii für 23 Pazifik-Nationen ausgegeben und bald darauf aufgehoben. Das Beben richtete entgegen erster Befürchtungen keine größeren Schäden an und löste auch keine Riesenwelle aus. In Tonga, in dessen Nähe das Epizentrum lag, wurde nach Angaben von Takai nur die Entwarnung empfangen. „Niemand hat eine Warnung über das Notfall-Satellitensystem in unserem Wetteramt erhalten“, sagte er. „Angesichts des Epizentrums wären wir ohne jede Warnung (von einem Tsunami) erwischt worden, weil das System nicht funktioniert hat“, fügte er hinzu.

Ein Polizeisprecher der Fischi-Inseln teilte mit, die Tsunami-Warnung habe dort nur die Hauptinsel, nicht aber die Bewohner der anderen 110 bewohnten Inseln des Staates erreicht. Es sei schwierig, die Einwohner aller Inseln zu warnen. Außerhalb der Hauptinsel seien lediglich die Polizeiwachen in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Das Beben ereignete sich den US-Angaben zufolge um 17.27 Uhr (MESZ) 155 Kilometer südlich von Neiafu (Tonga). Es hatte sein Zentrum in 16 Kilometern Tiefe.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein Seebeben der Stärke 9,1 im Indischen Ozean eine verheerende Flutwelle (Tsunami) ausgelöst, die mindestens 216 000 Menschen das Leben kostete, mehr als 131 000 allein in der indonesischen Provinz Aceh auf Sumatra.

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