Start des Feuerwerksverkaufs
Und es hat Boom gemacht

Sie heißen „Death Valley“ oder „Big Bully“ und verwandeln den Himmel in ein Farbenmeer: Feuerwerkskörper. Doch die Böller können auch gefährlich sein – und kostspielig. Ein Polizeigewerkschafter fordert nun „Knallzonen“.
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Zischende Raketen, knisternde Sternenpracht und dröhnende Kanonenschläge: Silvester wird wieder bunt und laut – und möglicherweise auch gefährlich. Jedes Jahr häufen sich die Unfälle. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordert deshalb in einem WDR-Interview, in Großstädten sogenannte Knallzonen einzurichten. So könnten die Straßen sicher bleiben und die Bürger ihre Feuerwerkskörper in einem speziell abgesicherten Bereich zünden.

Andere Städte haben Böller inzwischen ganz verboten: Der Bürgermeister von Mailand, Giuliano Pisapia, kündigte an, dass Feuerwerkskörper oder Böller in der gesamten Kommune bis zum Neujahrstag um Mitternacht untersagt sein sollen. Grund dafür sei die Verletzungsgefahr. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einer Strafe von bis zu 500 Euro rechnen.

Die Leidenschaft für Raketen und Knallkörper der Deutschen scheint hingegen ungebrochen: Wenn sie es genauso krachen lassen wie im vergangenen Jahr, werden sie Feuerwerk für rund 124 Millionen Euro in den Himmel schießen. Vor vier Jahren haben die Menschen noch zehn Millionen Euro weniger dafür ausgegeben.

„Voraussetzung ist, dass es nicht regnet“, sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen. Viele Menschen machten es vom Wetter abhängig, ob sie böllern oder nicht. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern in den Geschäften hat am Montag begonnen und dauert bis Silvester.

Die Hersteller setzen seit einigen Jahren besonders auf sogenannte Batterie- oder Verbundfeuerwerke. Sie tragen Namen wie „Death Valley“, „Tiger Head“ oder „Big Bully“. Einmal angezündet, fackeln sie eine halbe Minute oder länger ein Feuerwerk mit unterschiedlichen Knall-, Knister- und Leuchteffekten ab. „Das ist schön bequem, man hat viel Spaß und wenig Arbeit“, sagt Gotzen.

Allerdings haben die Boxen auch ihren Preis: Schon für kleine Versionen muss man locker 20, 30 Euro hinlegen. Die relativ einfache Handhabung der Batterien soll – so hofft die Industrie – auch mehr Frauen zum Kauf von Feuerwerk animieren. Doch die Hauptkunden seien weiterhin unangefochten Männer zwischen 18 und 35 Jahren, räumt Gotzen ein.

Batterien machen zwar inzwischen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche aus, doch die klassische Raketen sind beliebt wie eh und je. „Die Rakete ist für viele Menschen immer noch das Symbol für Silvester schlechthin“, sagt Gotzen.

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