Start zum ersten bemannten Raumflug
China schickt Taikonauten ins All

42 Jahre nach dem ersten Raumflug des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin ist China nach Russland und den USA das dritte Land, dass Menschen ins Weltall fliegt. Der erste chinesische Taikonaut befindet sich im All.

HB PEKING. China gehört seit Mittwochmorgen zu den großen Raumfahrtnationen: Erstmals hat das Land mit einer eigenen Raumkapsel einen Astronauten ins All geschickt. Die Rakete vom Typ „Langer Marsch 2F“ mit dem 38 Jahre alten Yang Liwei an Bord der „Shenzhou 5“ (Magisches Schiff) startete vom Raumfahrtzentrum am Rande der Wüste Gobi nahe Jiuquan in der nordwestchinesischen Provinz Gansu. Die Volksrepublik ist damit die dritte Nation nach Russland und den USA, die einen Menschen aus eigener Kraft in den Weltraum geschickt hat.

„Ich fühle mich gut und mein Zustand ist normal“, berichtete Luftwaffenpilot Yang Liwei während seines 21-stündigen Fluges. Er war um 09.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ) gestartet. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao sprach im Kontrollzentrum von einem „historischen Schritt“ und einem Meilenstein auf dem Weg Chinas zur Weltspitze in Wissenschaft und Technologie. Die USA und Russland gratulierten China zum Eintritt in den Club der Raumfahrtnationen.

Der erste „Taikonaut“, wie Chinas Astronauten im Westen in Anlehnung an das chinesische Wort „Taikong“ für Weltraum genannt, ist verheiratet und hat einen Sohn. Er stammt aus dem Kreis Suizhong bei Huludao in der nordostchinesischen Provinz Liaoning. Mit 18 Jahren trat er in die Volksbefreiungsarmee ein und wurde Pilot. Mit 1 350 Flugstunden wurde Yang Liwei 1998 unter 1 500 Kandidaten für das Team von 14 Astronauten für das Raumfahrtprogramm Chinas ausgewählt.

Das Raumschiff wechselte bei der vierten Erdumrundung erfolgreich von seiner elliptischen Bahn zwischen 200 und 350 Kilometern in eine ständige Höhe von 343 Kilometern. Das Manöver war ein entscheidender Test des Haupttriebwerks, das für die Rückkehr benötigt wird. Nach 21 Stunden Flug sollte Yang Liwei am Donnerstag nach 06.00 Uhr (00.00 Uhr MESZ) an einem Fallschirm in der Inneren Mongolei landen.

Pünktlich zur Mittagszeit gab es Chinaküche im Weltall. Dazu gehörten Palasthühnchen aus Sichuan, nach Fisch duftende süß-saure Schweinefleischstreifen mit Gemüse sowie Acht-Köstlichkeiten-Reis mit Nüssen. Der Flug wurde von 13 Beobachtungs- und Kontrollstationen weltweit verfolgt, darunter vier chinesische Beobachtungsschiffe auf drei Ozeanen und Stationen in China oder auch Kenia.

Tausende Schaulustige verfolgten den Start aus der Ferne. „Es war so aufregend“, berichtete ein Hotelmanager. „Wir konnten eine große Rauchwolke sehen.“ Eine Direktübertragung im Fernsehen war abgesagt worden. Doch zeigte das Staatsfernsehen eine halbe Stunde nach dem Start die ersten Bilder. „Heute ist unser alter Traum von bemannten Raumflügen endlich wahr geworden“, sagte Hu Shixiang, Vizedirektor des Raumfahrtprogramms, nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua.

Die bemannte Mission Chinas folgt 42 Jahre auf den Flug des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin 1961 als erster Mensch ins All. Wenige Wochen später wurde Alan Shepard der erste Amerikaner im Weltraum. Für China als größtes Entwicklungsland der Erde ist der Flug nur ein „erster Schritt“ in einem ehrgeizigen Raumfahrtprogramm.

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