Statistisches Bundesamt verzeichnet ersten Wanderungsverlust seit 1968
Mehr Bundesbürger als je zuvor wandern aus

Immer mehr Deutsche verlassen Deutschland: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, verlegten 2005 knapp 145.000 deutsche Staatsbürger ihren Wohnsitz ins Ausland.

HB WIESBADEN. Das war langfristig betrachtet die höchste registrierte Abwanderung seit 1950, zudem ergab sich erstmals seit 1968 ein Wanderungsverlust von knapp 17.000 Bundesbürgern. Als Hauptgrund nannten die Statistiker rückläufige Zuzüge von Aussiedlern. 2005 zogen demnach 128.000 Deutsche nach Deutschland, weitaus weniger als in den Jahren zuvor.

Die Behörde verwies allerdings darauf, dass ein Vergleich mit dem Vorjahr schwierig sei, weil es 2004 „statistische Bereinigungen“ in Hessen gegeben habe. Nur aus diesem Grund sei in jenem Jahr auch die Zahl der registrierten Auswanderungen von Deutschen höher als 2005 gewesen.

Rechnet man Ausländer dazu, ergibt sich für 2005 allerdings ein so genannter Wanderungsüberschuss von 79.000 Personen. Der noch vorläufigen Statistik zufolge zogen 2005 insgesamt 707.000 Menschen nach Deutschland, 628.000 zogen fort. Bei den Ausländern ergibt sich demnach ein Zuwanderungsplus von knapp 96.000. Allerdings sank die Zahl der ausländischen Zuwanderer im Vergleich zu 2004 um vier Prozent auf 579.000. Erstmals seit der Wiedervereinigung sei hier die 600.000-Grenze unterschritten, teilte das Statistik-Amt mit. Die Zahl der Fortzüge von Ausländern sank demnach um zwölf Prozent auf 483.600.

Das Wiesbadener Bundesamt betonte, dass die Statistik keine Rückschlüsse auf den Hintergrund der Fortzüge zulasse. So sei es nicht möglich, zwischen dauerhafter Auswanderung oder einer befristeten Tätigkeit im Ausland zu unterscheiden. Auch werde nicht unterschieden, ob es sich bei den Betroffenen um Aussiedler, Eingebürgerte oder Deutsche ohne Migrationshintergrund handele.

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