Staudamm-Unglück
Viele Tote nach Dammbruch in Indonesien

Nach einem Dammbruch in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens 50 Menschen ertrunken. Mehrere Dutzend Menschen werden Stunden nach dem Unglück noch vermisst. Der Damm stammte noch aus der Kolonialzeit.

ap CIRENDEU. Die Sturzflut setzte hunderte Häuser in einem eng besiedelten Wohngebiet unter Wasser. Die Katastrophe überraschte viele Bewohner im Schlaf. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigt.

Der zehn Meter hohe Damm im Gebiet von Tangerang brach gegen zwei Uhr morgens, nachdem es zuvor stundenlang heftig geregnet hatte. Etwa 400 Häuser seien überflutet und einige völlig zerstört worden, sagte der Leiter des Krisenstabs im Gesundheitsministerium, Rustam Pakaya. Das Wasser stand mehrere Meter hoch, wie Polizei und Augenzeugen berichteten. Autos wurden von der Flutwelle mitgerissen.

"Die Sturzflut kam ganz plötzlich, es war schrecklich", sagte Seto Mlyadi, der mit seiner Familie in dem betroffenen Wohngebiet lebt. Das Wasser sei durch alle Fenster und Türen eingedrungen, während seine Frau und vier Kinder im Obergeschoss schliefen. Mehrere Anwohner sagten, sie hätten Sirenen gehört, bevor die Flutwelle gekommen sei. Andere wurden völlig ahnungslos von den Wassermassen überrascht.

Die Rettungskräfte bemühten sich, mit Schlauchbooten zu den Überlebenden zu gelangen. Zeitweise reichte das Wasser bis zur Dachkante. Ein neunjähriges Mädchen wurde bewusstlos von einem Dach geborgen. Es starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus, wie ein Helfer sagte. Sowohl die Eltern als auch die Schwester des Kindes würden vermisst.

Der Damm, der noch aus der Kolonialzeit stammt, staute das Wasser des Flusses Pesanggrahan. Der Stausee umfasste nach Angaben eines Behördensprechers etwa zwei Mio. Kubikmeter. Es wurde vermutet, dass starker Regen zunächst den Stausee zum Überlaufen gebracht hat. Dann sei der Damm gebrochen, weil sein Fundament nicht aus Beton sei, hieß es weiter.

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