Stephanie zu Guttenbergs „Tatort Internet“
Lehrer wegen Missbrauch-Versuchs verurteilt

Die Sendung „Tatort Internet“ hatte einem Lehrer Sex mit einem 13-Jährigen versprochen, ihn so in eine Falle gelockt und an den Pranger gestellt. Jetzt wurde der Pädagoge wegen versuchten Missbrauchs verurteilt.
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BerlinEin Lehrer aus Brandenburg, der einem Lockvogel der umstrittenen Fernsehserie „Tatort Internet“ von RTL II aufgesessen war, ist wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt worden. Der Pädagoge bekam am Freitag eine Strafe von neun Monaten Haft auf Bewährung, weil er nach Überzeugung eines Berliner Amtsgerichts im Juni 2010 aus Cottbus nach Berlin angereist war, um Sex mit einem 13-jährigen Jungen zu haben.

Der 52-jährige hatte im Internet Kontakt zu einem gewissen Carlos aufgenommen und Sex vereinbart. Sofort nach Ankunft in der Wohnung zog er sich aus. Der Mann wurde von einer versteckten Kamera gefilmt. Lockvogel Carlos, ein tatsächlich 18-jähriger Schauspieler, hatte das Zimmer zuvor verlassen.

„Tatort Internet“ wurde von Stephanie zu Guttenberg, der Frau des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg, und dem früheren Hamburger Innensenator Udo Nagel moderiert. Die Sendung wurde nach heftigen Kontroversen abgesetzt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stephanie zu Guttenbergs „Tatort Internet“: Lehrer wegen Missbrauch-Versuchs verurteilt"

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  • Wenn ich dieses Urteil dann jetzt richtig verstehe, kann man wegen Ladendiebstahls verurteilt werden, wenn man nur die Absicht hat? Also sollte ich das nächste Mal im Supermarkt besser aufpassen, wenn ich eine Tüte Milch in den Einkaufskorb stelle. Vielleicht kann mir das schon als versuchter Ladendiebstahl ausgelegt werden. Da fall ich mal besser nicht auf die Werbung der Supermärkte rein. Vielleicht wollen die so nur potentielle Ladendiebe in die Geschäfte locken um diese dann öffentlich bloß zu stellen und verurteilen zu lassen... *sarkasmus-mode off*

  • Hier sollte jemand von einer dritten Partei aus Medieninteresse zu einer Straftat verleitet werden. Diese Straftat konnte aber gar nicht begangen werden, weil die Situation getuerkt war. Die Absicht mag ja widerlich sein, wie aber wird denn daraus eine versuchte Straftat? Irgendetwas scheint mir an dieser Geschichte nicht zu stimmen. Liebe Handelsblattredaktion, hier muessen Sie noch einmal nachhaken und uns das Urteil praesentieren.

  • Vorher war es die Epple Waigel und jetzt die Guttenberg von der CSU die den Missbrauch bekämpfen wollen.
    Die Epple Waigel hatte einen Laien Aufdecker in ihrer Nähe, der unschuldigen Vätern den Missbrauch unterjubeln wollte.
    Dafür machte er noch eigene Geschichten und log. Die Staatsanwaltschaft ermittelte und es stellte sich heraus, alles war erfunden. Man wollte sich nur wichtig machen!
    Im Klartext das sind Laien und mit dem Thema sind diese Möchtegernfiguren überfordert.
    Darum sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben, Missbrauch ist einzig und allein eine Sache der Polizei und der Staatsanwaltschaft, denn die haben die Fachleute !

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