Stiftung Warentest: Gefährliche Erreger im Hackfleisch

Stiftung Warentest
Gefährliche Erreger im Hackfleisch

Rohes Fleisch enthält unappetitliche und oft auch zu viele Keime. Das hat die Stiftung Warentest festgestellt. Schuld sind Mastbetriebe, Schlachter und Hersteller. Was die Ergebnisse bedeuten und wie man sich schützt.
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DüsseldorfFleischgenuss ist möglich – aber nur, wenn man vorsichtig ist und für gute Hygiene sorgt. Das ist ein Ergebnis einer neuen Untersuchung der Stiftung Warentest, die 21 Hackfleischprodukte unter die Lupe nahm. Nur knapp die Hälfte, nämlich zehn der Hackfleischprodukte, schnitt mit einem guten Qualitätsurteil ab.

Viele rutschten deshalb in der Bewertung ab, weil sie Risiken für die Gesundheit bergen: Die Tester raten davon ab, rohes Hackfleisch zu essen – zu viele der Produkte enthielten antibiotikaresistente Keime. „Insbesondere Personen, die immungeschwächt sind, sowie kleine Kinder und Schwangere sollten das Fleisch nicht so als Mett auf dem Brötchen essen“, sagt Test-Autorin Alina Reichardt. „Manche Menschen essen Mett, also mit Gewürz verfeinertes, rohes Hackfleisch - auf diesem Fleisch sind gefährliche Keime noch nicht abgetötet.“

Rohes Hackfleisch sei ein äußerst sensibles Produkt. Hygiene-Keime wie E.coli Bakterien können durch mangelnde Hygiene bei der Produktion auf das Produkt gelangen. Die Experten der Stiftung Warentest gewichteten die Belastung mit Keimen besonders stark, indem ein belastetes Produkt insgesamt nur maximal eine halbe Note besser als in der mikrobiellen Bewertung abschneiden konnte.

Die Hausmarke von Norma, Gut Bartenhof, gehört deshalb aufgrund der Keimproblematik zu den vier schlechtesten Produkten im Test. Auf den vier geprüften Proben des Fleisches fanden die Tester nicht nur Salmonellen, die zu Brechdurchfall und in ganz üblen Fällen auch zu Blutvergiftung und Hirnhautentzündungen führen können. Zudem befanden sich auf dem Fleisch auch noch verschiedene antibiotikaresistente Keime, die die Fleischqualität in der Bewertung extrem herunter zogen.

Das beste Urteil erhielt mit der Note 1,7 das frisch angebotene und für den Verzehr am selben Tag gedachte gemischte Hackfleisch an der Bedientheke von Edeka. Darauf folgt das abgepackte Biohackfleisch der Marke Bio+, das die Supermarktketten Real und Kaufland anbieten – es erreicht die Gesamtnote 1,8. Auf beiden Produkten wurden keine Keime in außergewöhnlichem oder gar bedenklichem Umfang gefunden.

Insgesamt schneiden die Biofleischsorten unter den abgepackten Produkten besonders gut ab, sie enthalten im Schnitt seltener auffällige Keime und haben eine gute Fleischstruktur, bestehen also etwa zu großen Teilen aus Muskel- und nur zu geringen Teilen aus Fettgewebe. Damit haben sie eine gute Konsistenz und einen intensiven Geschmack.

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