Stiftung Warentest
Was guter Sekt kostet

Von fruchtig bis muffig: Die Stiftung Warentest hat 21 Sorten Sekt untersucht. Die Bandbreite der Aroma-Noten ist groß und reicht von 1 bis 5. Die besten, die günstigsten und die schlechtesten Qualitätsschaumweine.
  • 1

DüsseldorfDie gute Nachricht vorweg: Angst vor Schadstoffen im Sekt müssen Verbraucher keine haben. Unerlaubte Zusätze haben die Tester der Stiftung Warentest auch nicht entdeckt. Allerdings haben sie bei Aussehen, Geruch, Geschmack und Mundgefühl eine große Bandbreite festgestellt. Es wurden daher trotzdem Noten von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ vergeben.

Vor allem ein Sekt sei bei der Verkostung durchgefallen, stellte die Stiftung Warentest fest: „Er hatte einen Muffton, der an Kork erinnert, obwohl der Verschluss aus Plastik bestand.“ Den Experten zufolge gibt es mehrere Wege, wie ein falscher Korkton entstehen kann: durch Mikroorganismen zum Beispiel, oder durch Pestizidabbau oder die Verpackung.

Wie üblich haben die Tester einen Preis-Leistungssieger gekürt: 6,75 Euro für eine 0,75-Liter-Flasche ist ein guter Preis, wenn man bedenkt, dass eine Flasche des Testsiegers mehr als doppelt so teuer ist: 14 Euro. Gute Qualität gibt es allerdings auch bei den Discountern: Die billigsten Sektflaschen bei Aldi und Lidl erhielten Noten von 2,0 bis 2,5 – also gut.

So richtig zu bemängeln haben die Prüfer beim Sekt eigentlich nur, dass kein Abfülldatum auf den Flaschen ist: „Sekt sollte frisch getrunken werden“, stellt die Stiftung Warentest fest. Damit sich dann im Mund Süße und Säure auf angenehme Weise mischen. Leider würden die Kunden aber nicht erfahren, wie alt das Gebräu in den Flaschen ist.

Geradezu begeistert waren die Experten von der Marke Schlumberger, Jahrgang 2013. „Er riecht fruchtig, schmeckt ausgewogen, und der Nachgeschmack hält lange an“, heißt es lobend im Bericht, der in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ erschienen ist. Der Sekt der österreichischen Kellerei erhielt als einziger beim Geschmackstest ein glattes „sehr gut“.

Womöglich kommt der gute Geschmack durch die Art der Gärung zustande. Traditionell wird Sekt in den Flaschen gegärt, was aufwändiger und teurer ist. Preiswerter ist die Gärung im Tank, weil sich so große Mengen in einheitlicher Qualität produzieren lassen. Vier der fünf Testsieger wurden in Flaschen gegärt, auf Platz 4 folgt die erste Tankgärung: Fürst von Metternich für neun Euro.

Seite 1:

Was guter Sekt kostet

Seite 2:

Krim-Gebräu enttäuscht

Kommentare zu " Stiftung Warentest: Was guter Sekt kostet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der "Hessische Trinkerverband" schließt sich der Meinung des Handelsblattes an.
    Ein Schlumpi-Rausch ist unvergessen für unsere Mitglieder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%