Streik an Flughäfen
Verdi wartet auf neues Angebot der Sicherheitsfirmen

An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn geht der Streik des Sicherheitspersonal weiter: Allein in Düsseldorf wurden 131 Flüge gestrichen. Für das Wochenende gibt Verdi allerdings Entwarnung.
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Düsseldorf/KölnZweiter Tag im Streik der Airport-Sicherheitsleute: Erneut kam es für Passagiere am Freitag an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zu massiven Behinderungen. Allein am Flughafen Düsseldorf seien den Tag über 131 Flüge von insgesamt 560 geplanten Verbindungen gestrichen worden, sagte ein Flughafen-Sprecher. Die Situation habe sich im Vergleich zum Vortag ein wenig entspannt, da viele Fluggäste auf den Ausstand einstellt gewesen sein.

Vor den Personenkontrollen, deren Mitarbeiter größtenteils im Ausstand waren, hätten sich lange Schlangen mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden gebildet. Ein halbes Dutzend Fluggäste, die nach dem ersten Streiktag am Airport gestrandet waren, hätte auf Feldbetten übernachtet.

Am wesentlich kleineren Flughafen Köln/Bonn fiel ein Fünftel der 200 Flüge aus. Die Lufthansa sagte wegen der Streiks mehr als 90 Flüge ab. Ausfälle gab es auch bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Reisenden wurde empfohlen, sich vor der Fahrt zum Flughafen bei ihren Gesellschaften zu informieren. Bereits am Donnerstag waren in Düsseldorf und Köln Hunderte Flüge ausgefallen.

Die Gewerkschaft Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen ihre Forderung nach höheren Löhnen durchsetzen. Die Fronten sind verhärtet. "Wir haben auch nach zwei Streiktagen null Kontakt mit den Arbeitgebern", sagte ein Verdi-Sprecher zu Reuters. Die Gewerkschaft wolle den privaten Sicherheitsfirmen am Wochenende nun Zeit geben, um ein neues Tarifangebot vorzulegen.

Der Arbeitsausstand solle deshalb am Samstag und Sonntag ausgesetzt werden. Die Arbeit niedergelegt haben zuvor jeweils 400 sogenannten Luftsicherheitsassistenten - sie sind Angestellte von Firmen, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen der Flugpassagiere übernehmen.

Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde von 8,23 Euro. Verdi fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".

Verdi kämpft auch in Hamburg für eine bessere Entlohnung im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Am vergangenen Freitag hatten die dortigen Kontrolleure den Flughafen mit einem Streik ins Chaos gestürzt. Daraufhin setzten sich die beiden Tarifparteien einige Tage später wieder an den Verhandlungstisch. Viel hat das nicht gebracht: Die Gespräche seien am Freitag bereits wieder geplatzt, teilte der BDSW mit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streik an Flughäfen: Verdi wartet auf neues Angebot der Sicherheitsfirmen"

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  • "Der Arbeitsausstand solle deshalb am Samstag und Sonntag ausgesetzt werden. Die Arbeit niedergelegt haben zuvor jeweils 400 sogenannten Luftsicherheitsassistenten - sie sind Angestellte von Firmen, die im Auftrag der Bundespolizei die Kontrollen der Flugpassagiere übernehmen."

    Sind das nicht eigendlich "hoeitliche Aufgaben" welche nur von Beamten dorchgeführt werden können/dürfen?
    Und die "Bundespolizei" hat diese "hoheitlichen Aufgaben" an Privatfirmen abgegeben.
    Da stellt sich die Frage: "Wozu brauchen wir eigendlich noch Beamte"?
    Und was machen die entsprechenden "Beamten" in der Zeit des Streiks? Warum nehmen sie nicht ihre originären Aufgaben wahr? Oder sind sie plötzlich alle krank oder nehmen ihre Kur?

  • Die bei der Großgewerkschaft VERDI organisierten Security Mitarbeiter streiken für bis zu 30% höhere Löhne. Ob berechtigt, oder unberechtigt mag ich nicht beurteilen.

    Interessant dabei ist vielmehr, daß erst kürzlich VERDI Funktionäre bittere Krokodilstränen geweint haben, weil diverse Kleinstgewerkschaften, wie UFO, GDF und VC die Paxe laut VERDI Jargon in "Geiselhaft" genommen hätten. VERDI Vorstand Bsirske, Großverdienerd und Freund diverser Vorstände, wetterte 2001 ganz ungeniert gegen die Forderungen der LH-Piloten.
    Und jetzt? Wo ist der Unterschied zwischen UFO-GDF-VC- und VERDI-Geiselhaft?

    Leute stimmt mit dem Geldbeutel gegen dieses scheinheilige Gewerkschafts Volk! Wer sein sauer verdientes Geld solchen "Arbeitnehmervertretern" wie VERDI hinterherwirft, dem ist nicht zu helfen.

  • "Da sind Mitarbeiter, die sind für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich. Wieviel ist Ihnen ihr leben wert ?"

    Reine populistische Polemik.
    Da sind dagegen Mitarbeiter, die sich den Machtinteressen der Vollpfosten um den Verdi-Vorstand Bsirske und Werneke unterorden und in deren Gefolge zum Geiselnehmer von Zehntausenden von unschuldigen Reisenden und Bürgern werden.

    Widerlich ....

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