Streit mit Aldi-Erben
Achenbachs Insolvenzverwalter ist am Zug

Der Kunstberater Helge Achenbach sitzt seit knapp zwei Monaten in Untersuchungshaft. Drei Unternehmen seiner Firmengruppe sind zahlungsunfähig. Nun ist der Insolvenzverwalter am Zug.
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DüsseldorfDer Insolvenzverwalter der Achenbach-Gruppe sieht im Rechtsstreit zwischen dem inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach und den Aldi-Erben die Ursache für die Insolvenz. Die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Achenbach und der Erbengemeinschaft des im November gestorbenen Berthold Albrecht hätten eine existenzielle Krise der Unternehmensgruppe verursacht, teilte ein Sprecher des Verwalters am Freitag mit.

Das Düsseldorfer Amtsgericht hatte den Anwalt Marc d'Avoine aus Ratingen am Donnerstag zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. „Die seitens der Erben Albrecht veranlassten rechtlichen Maßnahmen haben im Juli 2014 ernsthafte Liquiditätsengpässe ausgelöst“, hieß es. Diese habe der Vorstand zum Anlass genommen, Insolvenz zu beantragen.

Die Gruppe hatte am Donnerstag angegeben, dass „wesentliche Vermögenswerte derzeit durch gerichtliche Verfügungen blockiert und Kunstgegenstände und Konten“ gepfändet seien. Dadurch seien die Gesellschaften nicht mehr in der Lage, Kunstobjekte zu veräußern und Zahlungen zu tätigen.

Die Muttergesellschaft der Achenbach-Gruppe, die State of the Art AG, sowie zwei Tochtergesellschaften hatten am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Die beiden Tochtergesellschaften sind die Achenbach Kunstberatung sowie der Gastronomiebetrieb Monkey's.

Laut der Mitteilung vom Freitag handelt die Achenbach Kunstberatung GmbH mit Kunst. „Die AKB hat Gegenstände in ihrem Bestand, deren Wert noch zu verifizieren ist. Der Verkauf von Kunst und anderen Objekten war aufgrund der ausgebrachten Einzelzwangsmaßnahmen zuletzt blockiert worden“, teilte der Insolvenzverwalter weiter mit. Es werde nun eine sachgerechte Vermarktung zu angemessenen Bedingungen angestrebt. „Dies soll mit den Gläubigern und dem Gericht abgestimmt werden.“

Die drei Monkey's Restaurants hätten zurzeit Betriebsferien. „Über dessen Ende und die Wiederaufnahme der Betriebe ist noch nicht entschieden.“

Helge Achenbach (62) war am 10. Juni nach der Rückkehr von einer Kunstaktion im WM-Quartier der Deutschen Nationalmannschaft in Brasilien festgenommen worden. Ihm wird Betrug vorgeworfen. Er soll Kunstwerke und Oldtimer mit verdeckten Preisaufschlägen und gefälschten Rechnungen an den Aldi-Erben Berthold Albrecht weiterverkauft haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Achenbach soll an allen drei insolventen Unternehmen als Minderheitsgesellschafter beteiligt sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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