Streit um Big Ben Länger die Glocke nie verklangen

Die Elemente hassen das Gebild der Menschenhand: Vier Jahre lang soll Big Ben wegen Bauarbeiten schweigen. Zu lang, findet die britische Premierministerin Theresa May. Den Plänen könnte nun das letzte Stündlein schlagen.
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Die Glocke soll bis zum Jahr 2021 nicht mehr schlagen. Grund dafür sind Renovierungsarbeiten im Elizabeth Tower, in dem die 13,7 Tonnen schwere Glocke hängt. Quelle: dpa
Reparaturarbeiten am Big Ben

Die Glocke soll bis zum Jahr 2021 nicht mehr schlagen. Grund dafür sind Renovierungsarbeiten im Elizabeth Tower, in dem die 13,7 Tonnen schwere Glocke hängt.

(Foto: dpa)

London/PortsmouthIn London ist ein Streit um das Wahrzeichen Big Ben entbrannt. Premierministerin Theresa May und andere Politiker halten es für falsch, dass die Glocken in dem berühmten Turm vier Jahre lang wegen Bauarbeiten nicht läuten sollen. „Das kann nicht richtig sein“, sagte May am Mittwoch bei einem Besuch in Portsmouth. Diese Pläne müssten schnell im Parlament überdacht werden.

Brexit-Minister David Davis nannte die lange Pause „verrückt“. Er könne nicht erkennen, welche Gesundheits- und Sicherheitsrisiken diesen langen Zeitraum erforderlich machten, sagte er.

Nach Angaben von Experten muss die Sicherheit der Arbeiter während der Sanierung gewährleistet werden – ansonsten drohten bei 120 Dezibel Hörschäden. Sie verglichen den Lärm mit Polizeisirenen.

Die irrwitzigsten Verbote der Welt
Schweiz: nach 22:00 Uhr auf die Toilette
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In der Schweiz ist das nächtliche Wasserlassen verboten: Der Toilettenbesuch muss entweder bis zum nächsten Tag hinausgeschoben oder eine andere, weniger hygienische Lösung gefunden werden, sprich: nicht abzuspülen bis zum nächsten Morgen. Nicht erlaubt ist auch das Pinkeln im Stehen zu später Stunde, auch ohne die Spülung zu betätigen, da – so die Meinung – die Nachtruhe der Nachbarn zwangsläufig gestört würde.

Quelle: ots/Reiseportal Jetcost.de

Singapur: Kaugummi kauen
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Singapur ist eines der saubersten Länder der Welt. Als man 1992 bemerkte, dass sich die Rechnung der öffentlichen Reinigung aufgrund von auf Fußböden festklebenden Kaugummis immer mehr erhöhte, wurden Verkauf und Konsum des schmatzenden Gummis verboten. Seit 2004 wurde das Verbot leicht gelockert und die singapurischen Bewohner dürfen seitdem wieder kaugummikauen – aber nur auf ärztliche Anordnung! Zum Erwerb sind jene berechtigt, die mit dem Rauchen aufhören wollen oder über Verdauungsbeschwerden klagen.

Dubai: Küssen in der Öffentlichkeit
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Dubai ist derzeit eines der beliebtesten Ziele für Honeymooner. Die frisch Vermählten sollten jedoch vorsichtig sein, wo sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Küssen in der Öffentlichkeit ist nämlich in Dubai verboten, da es nicht mit den Vorschriften lokaler Kultur und Sitten konform geht. Aufgrund der Anzahl festgenommener Paare hat die Regierung eine Broschüre veröffentlicht, in der sie ausländische Besucher darüber aufklärt, bestimmte Verhaltensregeln während ihres Aufenthalts zu respektieren. Die Vorschriften erinnern unter anderem daran, dass auf der Straße weder Alkohol konsumiert werden darf, noch betrunkenes Torkeln oder Tanzen, Zuneigungsbekundungen wie Küssen oder Händchenhalten erlaubt sind. Darüber hinaus wird das Einnehmen von Drogen, Fluchen und das Äußern von Schimpfwörtern sowie Spucken nicht geduldet.

Philippinen:: Frank Sinatras „My Way“ singen
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In manchen Ländern ist Karaoke eine sehr ernste Sache. So ernst, dass es bei falsch gesungener oder respektloser Interpretation einiger Songs zu schwerwiegenden Zwischenfällen gekommen ist. Dies ist beispielsweise auf den Philippinen der Fall, wo Frank Sinatras „My Way“ 2010 in Karaoke-Lokalen verboten werden musste, da es seinetwegen zu Zwischenfällen bis hin zu Mord gekommen ist. Denn in den letzten zehn Jahren vor dem Verbot gab es mindestens ein halbes Dutzend organisierte Streitereien, die für den Interpreten einer "miserable Versionen" des besagten Liedes zum Tod führten.

Kampf dem „My-Way-Verbrechen“
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Burundi: Joggen in Gruppen
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Während des Bürgerkriegs, der in Burundi von 1993 bis 2008 tobte, liefen die Bürger in großen Gruppen los, um Spannungen abzubauen und sich vor den gefährlichen Milizen zu schützen. Im März 2014 jedoch verbot der Präsident des Landes, Pierre Nkurunziza, das Laufen in Gruppen mit dem Argument, die kollektiven Läufe würden als Deckmantel subversiven Unruhestiftens gegen die Regierung genutzt. Das Gesetz ist derart streng, dass es Gefängnisstrafen vorsieht. Aber dies gilt nur für Gruppen, einzelne Personen dürfen weiterhin joggen gehen.

Turkmenistan: Playback, Oper und Ballett
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In Turkmenistan wird entweder richtig oder gar nicht gesungen. Die Regierung erließ 2005 ein Verbot von Playbacks für Sänger und Gruppen in Fernsehshows und bei kulturellen Events, mit dem Ziel, „die authentische Kultur des Landes zu erhalten“. Und da man schon beim Verbieten war, schloss man gleichzeitig die für „unnötig“ befundene Oper und das Ballett in das Verbot mit ein.

Der Big Ben soll von Montagmittag an bis zum Jahr 2021 nicht mehr schlagen. Nur zu ganz besonderen Anlässen – etwa Neujahr – könnten die Glocken dem Parlament zufolge noch ausnahmsweise läuten.

Big Ben ist der Name für die größte von fünf Glocken in dem 96 Meter hohen Elizabeth Tower. Sie ist 13,7 Tonnen schwer. Die größte Glocke schlägt stündlich, die kleineren im Viertelstundentakt. Im Volksmund wird der ganze Turm als Big Ben bezeichnet.

Natürlich sollen die Glocken nicht viertelstündig während der Bauarbeiten läuten, sagte der Liberaldemokrat Tom Brake. Aber vielleicht könnte sie zumindest häufiger schlagen als vorgesehen.

Seit fast 157 Jahren schlägt Big Ben fast ohne Unterbrechung. Die Glocken verstummten zuletzt 2007 und von 1983 bis 1985 wegen Renovierungen. Benannt wurde Big Ben vermutlich nach dem britischen Baumeister und Politiker Sir Benjamin „Ben“ Hall (1802-1867).

  • dpa
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