Streit um Flugzeug
Tongas Tourismus in der Krise

Im Inselparadies Tonga schreckt ein Streit um die Sicherheit eines chinesischen Flugzeugs die Touristen ab. Die Maschine ist ein Geschenk Chinas – dennoch scheint der Preis hoch.
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Nuku'alofaEs ist fast zehn Uhr morgens, aber die Barkeeperin im kleinen Inlandsterminal des pazifischen Inselreiches Tonga hat noch keinen einzigen Kaffee zubereitet. Es fehlen die Kaffeetrinker, vor allem Neuseeländer. Früher kamen Viele in dieses entlegene, arme und doch so schöne Inselreich mit 176 Eilanden und etwas mehr als 100.000 Einwohnern.

Der Grund für die Abwesenheit der „Kiwis“ steht auf dem Rollfeld: eine chinesische Turbo-Propellermaschine vom Typ Xian MA-60 mit Platz für 60 Passagiere, die die einheimische Fluglinie Real Tonga benutzt. Das rund 15 Millionen Euro teure Flugzeug ist ein Geschenk aus China. Neuseeland ist vergrätzt ob dieser vorgeblich uneigennützigen Gabe: Für seine auf Tonga operierende Air Chathams stelle dies eine staatlich subventionierte Konkurrenz dar, hieß es unter anderem. Air Chathams verließ Tonga nach fünfjähriger Präsenz.

Deshalb ist nun der Flugverkehr stark eingeschränkt. Die Zahl der Flüge auf die äußeren Inseln des Königreichs reduzierte sich um die Hälfte. Es fliegt nur noch Real Tonga mit ihrer MA-60. Doch die neuseeländische Regierung setzte noch einen obendrauf und warnte auf ihrer Homepage vor Flügen mit diesem Maschinentyp. Er sei nicht zertifiziert und in mehreren Ländern in Unfälle verwickelt gewesen.

„Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und sagen, 'Das ist alles in Ordnung'“, sagt Neuseelands Regierungschef John Key mit Blick auf die mutmaßlich fehlende Sicherheitszertifizierung des Flugzeugs. Die Regierung in Wellington hält fünf Millionen Dollar Hilfe für den Tourismus zurück. Die Branche erlitt auf Tonga einen empfindlichen Dämpfer. Viele Unternehmer fragen sich, ob sie überleben können.

Dass Peking für das Flugzeug-Geschenk eine Gegenleistung erwarten könnte, davon weiß zumindest Tongas ziviler Luftfahrtdirektor Vili Cocker nichts. „Wir brauchen alle Maschinen, die wir kriegen können“, meint er. Chinas Außenministerium sagt, das Land habe die Maschine auf Anfrage der Regierung in Tonga zur Verfügung gestellt.

„China bietet den Inselnationen immer Hilfe, ohne politische Konditionen“, hieß es auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Man wolle helfen, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu beschleunigen und das Leben der Menschen im Pazifik zu verbessern. Politische oder militärische Allianzen strebe China nicht an.

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