Streit um Glasdach des Berliner Hauptbahnhof
Architekt Gerkan will Kompromiss mit der Bahn

Architekt Meinhard Gerkan konnte sich zwar vor Gericht im Streit mit der Deutschen Bahn um millionenteure Nachbesserungen an der Konstruktion des neuen Berliner Hauptbahnhofs zunächst durchsetzen. Doch anstatt weiter durch die Instanzen zu streiten, setzt er nun auf einen zügigen Kompromiss mit der Bahn.

HB BERLIN. „Es geht nicht um einen Streit um des Streites willen, sondern darum, bei einem so bedeutenden Bauwerk das Beste daraus zu machen, was man jetzt noch machen kann“, sagte Gerkan dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag).

Das Berliner Landgericht hatte Ende November in erster Instanz Gerkans Klage gegen die Bahn stattgegeben, die im Tiefgeschoss der Station nicht seine Gewölbekonstruktion, sondern eine Flachdecke eingebaut hatte. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn kündigte daraufhin an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Gerkan wies die Behauptungen Mehdorns zurück, der Umbau würde drei Jahre lang den Bahnverkehr behindern und rund 40 Mill. Euro kosten. Der Architekt bezifferte die Kosten auf „unter 20 Mill. Euro“.

Wichtig sei ihm, das von der Bahn verkürzte Glasdach von den jetzt 320 auf die geplanten 430 Meter zu verlängern, betonte Gerkan. Allerorten seien die Bahnhöfe durch Dachergänzungen auf die für Doppel-ICE erforderliche Mindestlänge von 420 Metern gebracht worden. Zudem sei die Glashülle als Schallschutz für die umliegenden Grundstücke unverzichtbar. Auch die Proportionen des Gebäudes stimmten durch die Verkürzung nicht mehr.

Die Bauteile für die Verlängerung sind bereits geliefert worden und lagern in Berlin. Ob sie bereits bezahlt worden sind, wird Gegenstand der Verhandlung vor dem Haushaltsausschuss des Bundestages sein, zu dem Mehdorn für den 17. Januar geladen ist. Ebenso soll Mehdorn den Haushaltspolitikern erklären, warum das auf seine Anordnung hin verkürzte Dach teurer ausgefallen ist, als das ursprünglich geplante lange Dach gekostet hätte.

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