Studentin musste Führerschein abgeben
Zu dünn zum Autofahren

Magersüchtige müssen bei starkem Gewichtsverlust mit dem Entzug ihrer Fahrerlaubnis rechnen. Das hat das Verwaltungsgericht Stade in einem am Freitag veröffentlichten Urteil festgestellt.

HB/dpa STADE. Eine 22 Jahre alte Studentin aus Buxtehude war nach einem Verkehrsunfall im Februar 2002 der Polizei durch ihre dünne Figur aufgefallen. Nach mehreren Untersuchungen musste die Frau ihren Führerschein abgeben, obwohl sie zwischenzeitlich wieder einige Kilogramm zugenommen hatte. (Az.: 1 A 1865/02)

Nach Angaben des Gerichts wog die Studentin zum Zeitpunkt des Unfalls 32,8 Kilogramm, heute beträgt ihr Körpergewicht 46 Kilogramm. Auch wenn sich ihr Gesundheitszustand stabilisiert habe und Sachverständige ihr gute Prognosen bescheinigten, sei der Führerscheinentzug zum damaligen Zeitpunkt gerechtfertigt gewesen, entschieden die Richter. Durch einen Eilbeschluss des Gerichts hatte die Studentin im November 2002 jedoch ihre Fahrerlaubnis zurückerhalten. Dann klagte sie gegen den Landkreis Stade wegen des Führerscheinentzugs und forderte Kostenerstattung für Gutachten.

Die Richter befürworteten am Freitag, dass die junge Frau wieder einen Führerschein erhält. Allerdings sollte sie sich alle drei Monate ihre Fahrtüchtigkeit mit einem ärztlichem Attest bestätigen lassen. Der Rechtsanwalt der Studentin will gegen das Urteil Berufung einlegen.

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