Studie
Berlin schrumpft, Hamburg wächst

Hamburg und München liegen im Trend: Die beiden Städte können nach einer Studie der Universität Köln bis zum Jahr 2040 mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum rechnen. In Berlin hingegen soll die Einwohnerzahl deutlich zurückgehen.

HB KÖLN. Laut Studie wird der demographische Wandel in Berlin deutlich. Dort soll die Einwohnerzahl auf knapp über drei Millionen zurückgehen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung wird sich erhöhen. Während Ende 2003 in Berlin 130 000 Personen im Alter von mindestens 80 Jahren und 603 000 Personen im Alter unter 20 Jahren lebten, wird sich die Zahl der mindestens 80- Jährigen bis zum Jahr 2040 verdoppeln. Die Zahl der unter 20-Jährigen wird auf 436 000 zurückgehen. Ohne Zuwanderungen würde der Rückgang noch deutlicher ausfallen und die Berliner Bevölkerung bis 2040 sogar auf 2,6 Millionen schrumpfen, heißt es in der Studie

Hamburg (1,73 Millionen Einwohner) und München (1,3 Millionen) können mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum rechnen. Die Wissenschaftler gehen von 15 beziehungsweise 10 Prozent aus. Auch der Anteil der mindestens 65-Jährigen wird sich in beiden Städten deutlich langsamer nach oben entwickeln. Köln wird die Bevölkerungszahl bis 2040 auf 1,04 Millionen Menschen steigern. Ohne Zuzüge würde aber die Bevölkerung um 20 Prozent zurückgehen. Der Alterungsprozess ist in Köln im Vergleich zu Berlin nicht so dramatisch. Der Anteil der mindestens 65-Jährigen bis zum Jahr 2040 wird um 25 Prozent ansteigen.

Als Grund für die vergleichsweise günstige Entwicklung in München nannte eine Sprecherin des Sozialreferats am Donnerstag die gute Arbeitsmarktlage der drittgrößten deutschen Stadt und den hohen Freizeitwert. Wegen vieler attraktiver Arbeitsplätze würden überdurchschnittlich viele Menschen mittleren Alters an die Isar ziehen. „Sie gründen hier auch Familien mit Kindern“, erläuterte die Sprecherin.

Ein weiterer Grund für die günstige demographische Entwicklung sei die attraktive Lage der bayerischen Landeshauptstadt mit den Alpen und den zahlreichen Badeseen in der Umgebung. „München ist eben begehrt“, sagte die Sprecherin. Dies führe zu einer großen Fluktuation in der Bevölkerung. In 30 bis 40 Jahren stelle sich dadurch die Alterspyramide in München günstiger dar als in anderen deutschen Großstädten.

In Hamburg zeigte man sich angesichts der Daten der Studie erfreut. „Das passt ja gut in das Konzept der wachsenden Stadt“, hieß es bei der Wirtschaftsbehörde der Hafenmetropole an der Elbe. In der vierten deutschen Millionenstadt Köln wird die Bevölkerungszahl von 1,02 Millionen auf 1,04 Millionen leicht steigen.

Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin, Manuela Damianakis, bezweifelte den Aussagewert der Studie. Bis 2040 sei ein viel zu langer Zeitraum, der für seriöse Aussagen zu schwer zu überblicken sei. Die eigenen Berechnungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Bevölkerungsentwicklung reichten bis 2020. Danach verliere Berlin geringfügig an Einwohnern - an die 30 000 bis 40 000. Die Region insgesamt mit dem Speckgürtel um Berlin herum bleibe aber stabil.

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