Studie des BStU Blutspenden von DDR-Häftlingen erzwungen

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Auch Aldi und VW im Fokus

Das BRK ist nicht der einzige bekannte deutsche Name, der sich mit den Schatten aus der DDR-Vergangenheit auseinander setzen muss. Bereits seit 2012 ist bekannt, dass Ikea bei Unternehmen in der DDR produzieren ließ, die Zwangsarbeiter einstellten. Die Studie hat nun herausgefunden, dass auch große deutsche Konzerne wie Aldi und Quelle Produkte aus dem Osten bezogen haben sollen – und zwar von Firmen, die ebenfalls Gefangene als Arbeitskräfte einsetzten.

Aldi hat etwa mit dem VEB Strumpfkombinat Esda Thalheim zusammengearbeitet, wie der Discounter auf Anfrage von Handelsblatt Online auch bestätigt. Das DDR-Unternehmen hatte allerdings Teile seiner Produktion ausgelagert – in das Frauengefängnis in Hohenheim. Davon wussten nach eigener Aussage sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd bis ins vergangene Jahr nichts. Über die Art der Aufträge und den Umfang könne man keine Auskunft mehr geben, heißt es bei Aldi Nord, da dazu keine Unterlagen oder Zahlen mehr vorlägen. Beide Aldi-Unternehmen verurteilen aber die Zwangsarbeit, die im Osten der Republik stattgefunden hat.

Auch der Dax-Konzern Volkswagen soll bei einem DDR-Unternehmen produziert haben, das Häftlinge beschäftigte. Das geht aus einem Bericht von „Report Mainz“ am Montagabend hervor. Der Konzern bestreitet auch nicht, dass es eine Geschäftsbeziehung mit der VEB Kombinat Fahrzeugelektrik Ruhla gegeben hat. Der Konzern lieferte bis in die 80er Jahre hinein 77.000 VW-Golf-Modelle in die DDR. Als Kompensation dafür erhielt Volkswagen aus der DDR neben Heizöl und Braunkohle auch Produkte wie Nebelscheinwerfer und Radkappen, heißt es in einer Stellungnahme.

Allerdings hätte die VEB Ruhla 20.000 Beschäftigte in 40 Betriebsstätten gehabt, sagt der VW-Leiter für Historische Kommunikation, Manfred Grieger, gegenüber Handelsblatt Online. Man könne nicht mehr sagen, ob in Eisenach produziert wurde, so der VW-Historiker. Volkswagen habe den Einsatz von Gefangenen „weder veranlasst noch wissentlich gebilligt oder gar davon profitiert“. Der Konzern will den Vorwürfen nun jedoch nachgehen.

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