Studie
Ölpest vor US-Küste richtet weniger Schaden an als befürchtet

780 Millionen Liter Öl flossen in den Golf von Mexiko, nachdem die Plattform „Deepwater Horizon“ explodiert und untergegangen war. Eine neue Studie kommt zu dem überraschenden Ergebnis: Die schwarze Pest hat am Meeresboden weniger Spuren hinterlassen als befürchtet.
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HB NEW ORLEANS. Die Ölpest im Golf von Mexiko hat einer neuen Studie zufolge am Meeresboden weniger Spuren hinterlassen als befürchtet. Die Öl-Konzentrationen lägen weit unter den schädlichen Grenzwerten, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Studie im Auftrag der US-Küstenwache. Ausnahme ist dem Bericht zufolge die Gegend in einem Umkreis von etwa zwei Kilometern rund um die Ölplattform „Deepwater Horizon“, die am 20. April explodiert war.

„Wir haben keine rückgewinnbare Mengen an Öl (am Meeresboden) gefunden“, sagte Konteradmiral Paul Zukunft. Der Studie zugrunde liegen 17 000 Wasser- und Gesteinsproben. Untersucht wurden die Proben von Wissenschaftlern, die für die Regierung arbeiten. In einem anderen Bericht unabhängiger Wissenschaftler hieß es dagegen kürzlich, dass das Öl Flora und Fauna am Meeresboden wie beispielsweise Korallen, Gorgonien und Posthörnchenwürmer getötet habe.

Bei der Explosion waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Aus dem Bohrloch flossen anschließend über Wochen mehr als 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Erst Mitte Juli konnte die Quelle provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen.

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  • Erdöl im Quadrat

    Die gesamten 780 Mio. Liter Erdöl entsprechen übrigens einem Würfel mit nur 92,05 Meter Kantenlänge. Kaum zu glauben aber wahr!

    Zum nachrechnen: 780.000.000 Liter / 1000 [1000 Liter sind 1 m³]=780.000 m³ ^(1/3) [3. Wurzel ziehen] = 92,05 Meter Kantenlänge.

  • Das Öl ist hübsch gleichmässig incl. des Dispersionsmittel verteilt worden. Wieviele Opfer es tatsächlich kostet kann nicht durch Erbsenzählen an einer Stelle gemessen werden. Darauf wird doch gehofft. Die Fischebesiedelung wird irgendwann wiederkommen. Wieviel Öl und wieviele damit verbundene Existenzen kann das Meer schlucken?

    Wie sieht es in Nigeria aus? Wer tut da etwas?

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