Studie von Ernst & Young
Studenten suchen den sicheren Arbeitsplatz

Ein hohes Einkommen ist für Studenten heute weniger wichtig als die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young. Offenbar lassen sich die Jungakademiker von den Erfahrungen der Vorgänger-Generation leiten.

HB STUTTGART. Sichere Arbeitsplätze, genügend Freizeit und ein gutes Arbeitsklima sind den meisten Studenten bei der Wahl ihrer Arbeitsstelle wichtiger als Karrierechancen und ein hohes Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young. Wenn die deutschen Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs bestehen wollten, müssten sie diese Erwartungen ernst nehmen, betonte Ernst & Young-Personalvorstand Matthias Wehling. „Von hohen Gehältern allein lassen sich die Hochschulabsolventen nicht mehr locken.“ Für die Studie befragte das Institut Valid Research 5000 Studenten in Deutschland.

Besonders wichtig bei der Berufswahl ist den Studenten demnach ein sicherer Arbeitsplatz und eine langfristige Perspektive im Beruf. „Arbeitslosigkeit ist bei Akademikern kaum noch ein Thema, die Studenten müssten sich also wenig Sorgen über Jobsicherheit machen. Trotzdem hat gerade dieses Thema eine überragende Bedeutung für sie. Sie machen sich offenbar die Erfahrungen der Vorgänger-Generation zu eigen - das Sicherheitsbedürfnis sitzt ungeheuer tief“, sagte Wehling.

An zweiter Stelle in der Prioritäten-Liste folgt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir haben es heute mit Menschen zu tun, denen die persönliche Entfaltung außerhalb des Berufs mindestens ebenso wichtig ist wie innerhalb des Berufs“, sagte Wehling. Schon bei der Wahl des Studienfachs gingen laut der Studie zwei Drittel der jungen Leute vor allem nach persönlichen Interessen - hohe Verdienstmöglichkeiten seien nur für 38 Prozent von großer Bedeutung.

Besonders wichtig ist den meisten außerdem, dass sie schon bei ihrer ersten Stelle nach dem Studium selbst Verantwortung übernehmen und sich frei entfalten können. „Das stellt neue, teils ungewohnte Anforderungen an die Vorgesetzten, aber auch an die jungen Mitarbeiter“, betonte Wehling. Allerdings war ein Großteil der Befragten auch bereit, deutlich mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten und für den Beruf den derzeitigen Wohnort zu verlassen. Dafür erwarten die Studenten im Durchschnitt allerdings ein Einstiegsgehalt von 37 000 Euro im Jahr. 86 Prozent der Befragten glauben, nach dem Studium zügig eine Anstellung zu finden, die diesen Erwartungen entspricht.

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