Sturmflut
Bis zu sechszehn Meter hohe Wellen

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 156 Kilometern pro Stunde ist das Sturmtief "Britta" am Mittwochmorgen über die deutsche Nordseeküste hinweggefegt. Für die Nacht sagte der Deutsche Wetterdienst eine Entspannung der Lage vorher.

HB STOCKHOLM. Herbststurm "Britta" hat im Norden zahlreiche Bäume entwurzelt. Boote und Autos liefen mit Wasser voll. Auf der Insel Spiekeroog wurden gegen fünf Uhr morgens orkanartige Windstärken mit bis zu 156 Stundenkilometern gemessen. In Hannover erreichte der Wind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes knapp 90 Kilometer pro Stunde.

Da der Sturm aus nordwestlicher Richtung lange anhielt und mit dem Tidehochwasser zusammenfiel, löste er eine Sturmflut aus. Die Wellen erreichten im Schnitt zehn, in der Spitze bis zu sechszehn Meter, wo sonst im Schnitt eineinhalb Meter gemessen wurden. "Die Sturmflut war eine der höchsten seit 100 Jahren", sagte eine Sprecherin des Küstenschutzes Niedersachsen.

In Emden sei der Stand auf den höchsten je gemessenen Wert geklettert. Dennoch bestehe keine Gefährdung, die Deiche seien hoch genug. In Hamburg wurden zwei Menschen durch herabstürzende Äste leicht verletzt. Die Polizei hatte am Mittwoch Teile des Hafens wegen Überflutungsgefahr gesperrt. Am Mittag war das Wasser in der Hansestadt schon wieder auf dem Rückzug, nachdem es gegen 10 Uhr den Höchststand von 4,88 Metern erreicht hatte.

Vor Norwegen riss sich eine Bohrinsel mit 75 Menschen an Bord von einem Schleppschiff los und trieb auf See ab. Die Lage sei aber unter Kontrolle, betonte ein Sprecher der Rettungszentrums für Südnorwegen, Anders Bang-Andersen. Eine Gefahr für die Bohrinsel "Bredford Dolphin" oder die Arbeiter an Bord bestehe nicht.

In Schweden zerstörten Sturm und nasser Schnee viele Stromleitungen, wie ein Sprecher des Energieunternehmens E.ON mitteilte. Auch die schwedische Bahn musste teilweise ihren Verkehr einstellen. Überrascht von dem Wintereinbruch wurden auch viele Autofahrer. Am Morgen bildeten sich vor den Werkstätten lange Schlangen von Autofahrern, die ihre Reifen wechseln wollten. Auch der Fährverkehr in der Ostsee war beeinträchtigt.

Während der Wind im Tagesverlauf im Nordwesten wieder abflaute, wird an der Ostsee sowie in Teilen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bis in den Abend hinein mit bis zu zehn Windstärken oder hundert Stundenkilometern zu rechnen sein. Orkanartige Unwetter, die ab Windstärke elf gelten, seien jedoch nicht zu erwarten, sagte ein Experte des Deutschen Wetterdienstes. Bereits jetzt seien im Bundesgebiet alle Unwetterwarnungen aufgehoben worden.

Experten rechneten für den Tagesverlauf mit einer Verlagerung des Sturm-Schwerpunktes an die Ostsee. Der Deutsche Wetterdienst erwartete dort nach Angaben vom Nachmittag jedoch kein orkanartiges Unwetter. Für die Nacht wurde eine Entspannung der Lage im gesamten Bundesgebiet vorhergesagt.

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