Sturmkatastrophe in Birma

Helfer zwischen Not und Misstrauen

Birmas Militärregierung tut sich schwer mit den internationalen Hilfsangeboten nach der Sturmkatastrophe. Noch immer warten viele Helfer in Nachbarländern auf Einreisevisa, Retter vor Ort können nicht ungehindert in die Krisenregion vordringen. Dabei drängt die Zeit: Nach UN-Schätzungen sind 24 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.
Indische Soldaten beim Verladen von Hilfsgütern. Die internationale Hilfe wird durch Birmas Behörden erschwert. Foto: dpa

Indische Soldaten beim Verladen von Hilfsgütern. Die internationale Hilfe wird durch Birmas Behörden erschwert. Foto: dpa

HB RANGUN. Vier Tage nach dem verheerenden Wirbelsturm in Birma ist das am schwersten betroffene Irrawaddy-Delta immer noch weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Probleme bereitete den Rettern der internationalen Hilfswerke nicht nur die durch den Zyklon „Nargis“ zerstörte Infrastruktur in der Region. Die Helfer klagen auch über massive Behinderungen durch die Behörden des von einer Militärjunta regierten Landes.

„Wir dürfen nicht in die hauptbetroffenen Gebiete in der Region Irrawady-Delta hinein. Das wird auch von der Uno beklagt“, erklärte der Leiter Asien des Malteser Hilfsdienstes, Roland Hansen, am Mittwoch im ZDF. „In Myanmar (Birma) wird jeder Schritt außerhalb der Hauptstadt kontrolliert.“ Auch würden von der Militärregierung bereits erteilte Genehmigungen für die internationalen Mitarbeiter unerwartet wieder entzogen.

Das Kinderhilfswerk Unicef beklagte, dass immer noch viele Helfer im Nachbarland Thailand festsitzen und auf die Einreisegenehmigung warten. Immerhin konnten die etwa 100 UN-Helfer, die schon in der Küstenregion eingetroffen sind, die ersten Hilfspakete verteilen.

„Wir haben noch keine konkrete Vereinbarung mit der Regierung“, sagte Unicef-Sprecher Patrick McCormick im BBC-Fernsehen. „Wir haben die Bitte um Hilfe einfach als grünes Licht interpretiert, dass wir in die betroffenen Gebiete vordringen können.“ Die Militärregierung habe auch eigene Ressourcen, die dringend mobilisiert werden müssten. „Wir brauchen zum Beispiel dringend Hubschrauber“, sagte McCormick.

„Es ist ein Wettlauf mit der Zeit“, sagte Unicef-Direktorin Ann Veneman. „Kinder sind besonders gefährdet durch Krankheiten und Hunger.“ In der Vier-Millionen Metropole Rangun und dem Irrawaddy-Delta gibt es kein Wasser, keine funktionierenden Toiletten, keine Zelte und kaum Nahrungsmittel. Durchfallerkrankungen und Cholera können schnell lebensbedrohlich werden. Hinzu kommt, dass die überschwemmten Gebiete ideale Brütbedingungen für Moskitos schaffen.

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