Sturmtief „Carmen“
Wärmerekorde und Hochwasser in Deutschland

Deutschland wurde am Wochenende von Wetterextremen beherrscht. Während im Süden und Osten frühlingshafte Temperaturen für November-Rekorde sorgten, hieß es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vielerorts „Land unter“.
  • 0

HB BERLIN. Es war ein Wochenende der Extreme: In mehreren deutschen Städten wurden neue Wärmerekorde für einen Novembertag aufgestellt, gleichzeitig regnete es vielerorts so viel und stark wie selten zuvor. Am Sonntag wurden in Dresden-Strehlen am Nachmittag 20,5 Grad gemessen, wie Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst auf dapd-Anfrage sagte. Vor dem Wochenende lag der Rekordwert für einen Novembertag bei 19,0 Grad, der 1969 gemessen wurde. Tief Carmen sorgte am Wochenende aber auch für stürmisches Wetter und heftige Regenfälle. Besonders in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen führten die Wassermassen zu teils chaotischen Verhältnissen.

Generell lagen die Temperaturen laut Wetterdienst auf einem Streifen von Nordbaden über Hessen sowie Thüringen bis Sachsen und Brandenburg nah an den Höchstwerten oder überstiegen diese leicht. Auch Berlin und der Süden Brandenburgs erlebten am Sonntag einen Wärmerekord. "Noch nie war es in der Region seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen an einem 14. November so warm wie heute", sagte Meteorologe Karsten Kürbis vom privaten Wetterdienst Meteogroup Deutschland. In Berlin-Dahlem wurden 17,6 Grad Celsius gemessen, in Potsdam waren es 17,5 Grad Celsius. Der bisherige Temperaturrekord für einen 14. November stammte aus dem Jahr 1926: Damals gab es in Berlin 15,7 Grad und in Potsdam 15,1 Grad.

Aufgrund der Regenfälle, die besonders am Samstag stark ausfielen, wurden im Ruhrgebiet zahlreiche Keller überflutet. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren im Dauereinsatz. Behördensprecher verglichen die Lage mit der Situation nach dem Sturmtief Kyrill vor fünf Jahren. In Niedersachsen stiegen die Pegelstände der Flüsse stark an und mehrere Straßenzüge wurden überschwemmt. In Essen fiel von Freitagabend bis Sonntagmorgen die gesamte Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen Novembers.

Seite 1:

Wärmerekorde und Hochwasser in Deutschland

Seite 2:

Kommentare zu " Sturmtief „Carmen“: Wärmerekorde und Hochwasser in Deutschland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%