Sturmtief „Thomas“ Bäume stürzen auf mehrere Züge

Bäume legen Bahnstrecken lahm, Flusspegel steigen, Karnevals-Gerät fällt um: Das Sturmtief „Thomas“ hat in der Nacht einigen Schaden angerichtet. In Deutschland gab es Verletzte, in Großbritannien mindestens eine Tote.
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Gefährlicher Sturm: Ein Baum liegt am 23.02.2017 auf einem ICE vor dem Bahnhof Steinbeck in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen). Quelle: dpa
Baum trifft ICE

Gefährlicher Sturm: Ein Baum liegt am 23.02.2017 auf einem ICE vor dem Bahnhof Steinbeck in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen).

(Foto: dpa)

Berlin/Düsseldorf/TuttlingenMit heftigen Sturmböen ist Sturmtief „Thomas“ am Donnerstagabend über den Westen Deutschlands hinweggefegt - der Wind ließ jedoch im Laufe der Nacht nach. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Freitag alle Unwetterwarnungen für das Flachland auf. Nur noch in den Hochlagen bestehe Gefahr von orkanartigen Böen, sagte ein Meteorologe des Wetterdienstes. Am Abend hatte der Sturm für gestiegene Flusspegel, entwurzelte Bäume und lahmgelegte Bahnstrecken gesorgt.

Beim Einsturz eines Podiums bei einer Fastnachtsveranstaltung im baden-württembergischen Dornhan wurden drei Frauen und eine Neunjährige verletzt. Auf der Autobahn 45 in Hessen schob eine starke Windböe einen Lastwagen gegen die Mittelleitplanke, wie ein Polizeisprecher in Gießen sagte. Der Fahrer blieb unverletzt.

Probleme gab es auch am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Kurz vor dem Bahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht. Der liegengebliebene ICE verursachte weitere Verspätungen anderer Züge. Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. In Bremen stürzte bereits am Nachmittag ein sieben Meter hoher Baum auf einen stehenden Zug. Verletzt wurde dabei niemand, teilte die Feuerwehr mit. In dem Zug saßen etwa 50 Reisende.

Am Dortmunder Bahnhof und auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten zwischenzeitlich keine Züge fahren. Sperrungen gab es auch in Niedersachsen, Baden-Württemberg Schleswig-Holstein, die alle in der Nacht wieder aufgehoben wurden. Lediglich nahe Frankfurt am Main bleibt die Strecke zwischen Niedernhausen und Idstein auch am Freitagvormittag gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Nach seinen Angaben gab es am späten Donnerstagabend zwar keine großen Zwischenfälle, aber eine beträchtliche Summe kleinerer Störungen.

So wird das Wetter an Karneval
Trüber Ausblick
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Ob Karneval, Fastnacht oder Fasching – auch in dieser Saison müssen sich Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Bayern und auch die Hochburgen am Rhein auf sehr wechselhaftes Wetter einstellen. Die Meteogroup, das größte Wettervorhersage-Unternehmen Europas, hat eine erste Vorhersage für die tollen Tage getroffen. Und stellt fest: „Von Frühlingswetter über Orkan und Schnee ist alles dabei.“

Altweiber
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Wer bei diesem Bild nichts Gutes ahnt, tut das leider mit Recht. „Zur Weiberfastnacht drohen Sturm- und Orkanböen, kräftige Regengüsse, Graupel und kurze Gewitter“, kündigt Andreas Wagner, Meteorologe bei Meteogroup, an. „Ein kleines Orkantief rauscht von Nordwesten heran und bringt neben ergiebigem Regen auch gefährliche Windböen. Schon am Morgen regnet es von Köln bis Dresden und der Wind wird immer stärker.“

Quelle: Meteogroup

Sturmböen werden zur Gefahr
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Ab Donnerstagnachmittag wird es dann wohl sogar gefährlich: „Vom Ruhrgebiet bis nach Niedersachsen sind orkanartige Böen, unter Umständen auch Orkanböen um 120 km/h denkbar“, so der Meteorologe. Bis zum Abend sind in ganz Deutschland Sturmböen möglich und es setzt Regen ein. Bei 10 bis 12 Grad entlang des Rheins sei es „immerhin mild“. Auf den Bergen wird es besonders ungemütlich, denn hier drohen im Dauerregen Orkanböen über 120 km/h! Im Süden lacht dagegen die Sonne: In Bayern sind 14 bis 17 Grad möglich.

Nacht zu Freitag
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„Nachtschwärmer aufgepasst! Nach dem Sturm ist es durchaus möglich, dass man nicht mehr uneingeschränkt von A nach B kommt. Es können Behinderungen im Zug- und Schienenverkehr und auch an so manchem Flughafen auftreten.“, so Wagner weiter. Dem Süden Niedersachsens über Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg bis nach Sachsen steht eine unruhige Sturmnacht bevor! Schwere Sturmböen um 100 km/h, örtlich auch Orkanböen mit Tempo 120 sind durchaus drin. Dazu regnet es zeitweise heftig und es sind kurze Gewitter mit Graupel möglich.

Freitag
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Am Freitag zieht das Sturmtief über die Ostsee ab und der Wind beruhigt sich deutlich. Bei Regen- Schneeregen und Graupelschauern sind Sonnenstrahlen Mangelware. Bei Höchstwerten von lediglich 4 bis 8 Grad, in dem Mittelgebirgen 0 Grad ist es nass-kalt. Kleine Bäche können nach der Regenphase Hochwasser führen.

Nelkensamstag
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Im Süden bleibt es großenteils sonnig, aber frisch. Für den Westen sieht es allerdings wesentlich schlechter aus: Mecklenburg und Schleswig Holstein werden von einer Gewitterfront erwischt. Hier kommt es zu starken Regenschauern.

Tulpensonntag
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Am Sonntag kommt es zu etwas milderen Temperaturen. Im Nordosten kann man mit sechs bis zehn Grad rechnen und weiter südlich sogar mit Temperaturen bis zu angenehmen 15 Grad. Die Sonne lässt sich zusätzlich ebenfalls für ein paar Stunden blicken.

In Köln, wo die Rettungskräfte ohnehin wegen der Karnevalsfeiern im Großeinsatz waren, zählte die Feuerwehr am Abend bereits mehr als 150 Einsätze. Ein Autofahrer wurde dadurch schwer verletzt, dass ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge.

In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des schlechten Wetters ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig. Für den Rosenmontag sagt der Deutsche Wetterdienst eine entspanntere Lage mit etwas Regen voraus. Mit einem Sturm wie im vergangenen Jahr wird nicht gerechnet.

  • dpa
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