Sturmwarnung für Inseln im Süden von Florida
300 000 Kubaner fliehen vor „Ernesto“

Der Tropensturm „Ernesto“ hat auf seinem Weg durch die Karibik am Sonntag in Haiti mindestens einen Menschen getötet.

HB HAVANNA. Hohe Wellen des stürmischen Meeres zerstörten nach Angaben eines haitianischen Behördenvertreters das Haus einer Frau auf einer südlich gelegenen Insel. 13 weitere Unterkünfte wurden dort dem Erdboden gleichgemacht, Berichte über ein weiteres Todesopfer konnten zunächst aber nicht bestätigt werden.

„Ernesto“ wurde zwar am Sonntagabend wieder zu einem Tropensturm herabgestuft, könnte nach Ansicht von Experten jedoch erneut an Stärke gewinnen und als Hurrikan am Dienstag die US-Küste von Florida erreichen. Vor fast genau einem Jahr hatte der Hurrikan „Katrina“ die Südstaaten-Metropole New Orleans weitgehend zerstört.

Im Osten Kubas, wo „Ernesto“ am Montagmorgen erwartet wurde, flohen 300 000 Menschen in Bussen und Lastwägen aus gefährdeten Orten in den Bergen und an der Küste. Die kubanischen Behörden erwägen die Evakuierung von Touristenorten an der Nordküste mit hunderten europäischen Touristen. Zahlreiche Ölfirmen brachten ihr Personal von Förderanlagen im Golf von Mexiko in Sicherheit, wo die USA ein Viertel ihres Öls und Erdgases produzieren. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl (rund 159 Liter) fiel nach der Herabstufung zum Tropensturm um gut 70 Cent auf rund 71,80 Dollar, die Händler sahen die Gefahr durch „Ernesto“ jedoch noch nicht gebannt. Zu der Nervosität trug der anhaltende Atomstreit mit dem Iran bei, da am Donnerstag ein Ultimatum des UN-Sicherheitsrats zur Aussetzung der Urananreicherung durch die Islamische Republik ausläuft.

Auch die USA haben für die Inseln im Süden von Florida eine Sturmwarnung gegeben und Touristen aufgefordert, die Region zu verlassen. Experten des US-Hurrikanzentrums befürchten, dass „Ernesto“ über dem Golf von Mexiko Windgeschwindigkeiten von fast 160 Kilometern pro Stunde erreichen könnte.

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