Süd-Nord-Gefälle bei Bildung
Medienkonsum drückt Schulnoten

Hoher Medienkonsum drückt die Schulnoten bei Kindern, zeigt eine aktuelle Studie. Dabei werden auch die Nord-Süd-Unterschiede in der Bildung, die schon die Pisa-Studie aufzeigte, bestätigt.

dpa OLDENBURG. Auf diesen Nenner hat der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, am Montag die Ergebnisse einer Repräsentativbefragung von bundesweit 23 000 Schülern der 4. und 9. Klassen gebracht. Demnach haben Kinder in Süddeutschland deutlich weniger Unterhaltungselektronik im Zimmer stehen, als Befragte im Norden. Diese Ergebnisse bestätigten die in der Pisa-Studie aufgezeigten Nord-Süd-Unterschiede.

Die höchste Medienausstattung haben laut Befragung die Kinder in Dortmund. Gut 63 Prozent der Viertklässler besitzen hier beispielsweise ein eigenes TV-Gerät, in München seien dies nur knapp 28 Prozent. „Durch das eigene Gerät im Zimmer erhöhen sich die Mediennutzungszeiten deutlich“, sagte Pfeiffer. So ist es für den ehemaligen niedersächsischen Justizminister nicht überraschend, dass nur 29,9 Prozent der Dortmunder Jungen eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums erhalten haben gegenüber 48,5 Prozent in München.

Bei den Mädchen zeigten sich nach Angaben von Pfeiffer angesichts ihrer insgesamt geringeren Ausstattung mit Fernsehen, Video und Spielekonsole erwartungsgemäß weniger deutliche Leistungsunterschiede (Dortmund: 38,4 Prozent, München: 51,2 Prozent bei der Empfehlung für ein Gymnasium). Neben schlechten Schulleistungen berge hoher Medienkonsum aber noch eine andere Gefahr, gerade bei verbotenen Inhalten: „Das Risiko der Jugendgewalt steigt.“

Für die Studie wurden die Schüler von Februar bis April 2005 in elf Landkreisen und Städten - neben Dortmund und München unter anderem auch in Oldenburg, Kassel und Stuttgart - sowie im Bundesland Thüringen befragt. Schwerpunkte war nicht nur der Medienkonsum, sondern auch die familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen, in denen die Befragten aufwachsen und ihre Gewalterfahrungen. In diesem Zusammenhang lobte Pfeiffer die gute Arbeit des Präventionsrates der Stadt Oldenburg. „Oldenburg hat die niedrigste Zahl von Gewaltopfern, die niedrigste Täterrate und den niedrigsten Anteil rechtsextremer Jugendlicher.“ Alarmierend sei insgesamt, dass bei gewalttätigen Auseinandersetzungen Kinder und Jugendlicher Täter und Opfer zu 61 Prozent unterschiedlichen ethnischen Gruppen angehörten.

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