Südafrikanischer Sprinter
Pistorius bald wieder frei

Vor acht Monaten ging der Sensationsprozess gegen Oscar Pistorius mit einem milden Strafmaß zu Ende. Die Anklage ist nicht zufrieden. Das neue Verfahren soll noch in diesem Jahr beginnen.
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PretoriaDer Mordprozess gegen den südafrikanischen Paralympics-Star Oscar Pistorius wird im November neu aufgerollt. Ein genaues Datum für den Beginn des Berufungsverfahrens stehe aber noch nicht fest und soll bis Mitte August festgelegt werden, sagte am Montag Paul Myburgh vom Obersten Gericht in Bloemfontein der Deutschen Presse-Agentur. Zudem wird der beinamputierte Sprinter bereits am 21. August nach nur zehn Monaten Haft auf Bewährung entlassen, wie die Gefängnisaufsicht in einer Mitteilung bekanntgab.

Pistorius war im Oktober wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp zu fünf Jahren Haft verurteilt worden und sitzt seither im Kgosi Mampuru II-Gefängnis in Pretoria. Allerdings darf er die Strafe auf der Krankenstation ableisten.

In dem Berufungsverfahren will die Anklage eine Verurteilung wegen Mordes erreichen - dann würde Pistorius ein deutlich höheres Strafmaß drohen. Die Anwälte des heute 28-Jährigen hatten im März versucht, eine neue Verhandlung zu verhindern, aber Richterin Thokozile Masipa hatte ihre Einwände als nicht ausreichend zurückgewiesen.

Pistorius hatte Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag 2013 mit vier Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür getötet. Er hat stets beteuert, er habe einen Einbrecher im Haus vermutet und in Panik geschossen.

Bei dem Berufungsverfahren werden keine neuen Zeugen gehört, sondern nur die Prozessunterlagen der ersten Instanz überprüft. Sollten die Richter Pistorius des Mordes für schuldig befinden, können sie ein neues Strafmaß verhängen. Dann drohen dem ehemaligen Sportidol mindestens 15 Jahre Haft. Mit der bisherigen Strafe von fünf Jahren wird Pistorius schon im August, wie nach südafrikanischem Recht bei guter Führung möglich, nach zehn Monaten auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen.

Pistorius wurden als Kind wegen eines Gendefekts beide Beine unterhalb der Knie amputiert. Doch mit Hilfe von Hightech-Prothesen machte er bei Paralympics und auch bei den Olympischen Spielen 2012 in London Furore und avancierte in seiner Heimat zum Nationalhelden - bis zum tiefen Fall am Valentinstag 2013.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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