Südkalifornien Feuer bedrohen Küstenstädte

Die Lage in Südkalifornien bleibt weiterhin bedrohlich. Die Feuer verwüsten immer mehr Land - auch dort, wo es jahrzehntelang nicht gebrannt hat. Mehr als 800 Häuser sind zerstört, zwei weitere Städte wurden evakuiert.
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Kalifornien: Feuer bedrohen Küstenstädte Quelle: AP
Feuer in Kalifornien

Laut Gouverneur Jerry Brown bedroht der Klimawandel Kalifornien ganzjährig. Das sei die neue Realität, so Brown.

(Foto: AP)

Ventura Die Waldbrände im Süden Kaliforniens veranlassen immer mehr Bewohner vor Ort zur Flucht. Die Behörden gaben am Sonntag neue Evakuierungen für die Küstenstädte Montecito und Carpinteria heraus. Am Westende des gegenwärtig größten und zerstörerischsten Feuers bei Los Angeles waren durch unvorhersehbare Windböen plötzlich Regionen bedroht, in denen es seit Jahrzehnten nicht gebrannt hat.

Die Waldbrände haben bislang 800 Häuser und andere Gebäude zerstört, Dutzende Pferde getötet und mehr als 200.000 Menschen zur Flucht veranlasst. 700 Quadratkilometer wurden seit dem 4. Dezember niedergebrannt. Eine 70-Jährige starb bei einem Autounfall auf einer Evakuierungsroute.

Der Sprecher der Bezirksfeuerwehr von Santa Barbara sagte, die Einsatzkräfte hätten mehrere Häuser gerettet, als unberechenbare Winde das Feuer weiter angefacht hätten. Die Behörde veröffentlichte ein Foto eines Hauses, das von Flammen umringt war. Die Feuerwehr setzte Flugzeuge und Hubschrauber ein, um Wassermassen auf die Flammen zu spritzen.

Auch Bewohner ohne Evakuierungsanordnung verließen umliegende Regionen. Sie befürchteten eine weitere Schließung des Highway 101, die große Nord-Süd-Verbindung an der US-Westküste. In Montecito statteten Einsatzkräfte Bewohner mit Atemmasken aus, die zu Hause bleiben wollten. Die am Berghang gelegene Stadt ist Heimat von Prominenten wie Oprah Winfrey, Jeff Bridges und Rob Lowe.

Ihr Haus werde von Flammen bedroht, twitterte US-Moderatorin Ellen DeGeneres am Sonntagmittag. Sie hätten ihre Haustiere in Sicherheit bringen müssen, schrieb sie. Anschließend bedankte sie sich bei den Feuerwehrleuten. In Santa Barbara wurde der Zoo für die Öffentlichkeit geschlossen. Die 500 Tiere der Anlage mussten den ganzen Tag über in ihren Nachtquartieren bleiben.

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An anderen Stellen machte die Feuerwehr große Fortschritte bei der Bekämpfung des riesigen Waldbrandes, der am vergangenen Montag im Bezirk Ventura ausgebrochen war. Dies sei jetzt die neue Normalität, warnte Gouverneur Jerry Brown am Samstag. Der Klimawandel bedrohe Kalifornien ganzjährig. Die Behörden seien bereit, Feuerwehrleute an Weihnachten einzusetzen, was eigentlich ungewöhnlich sei, so Brown.

Wie Wetterexperten vermuten, wird das hohe Feuerrisiko wohl bis in den Januar hinein bestehen bleiben. Auch auf kurze Zeit ist keine Erleichterung in Sicht: Meteorologen sagten für die Region bis Montagabend (Ortszeit) böige und trockene Winde voraus; das Kämpfen gegen die Flammen dürfte damit erheblich erschwert werden.

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