Südkoreaner liefert Hundeklone
Auf Bestellung geklont

Früher arbeitete der Südkoreaner Lee Byeong Chun im Team des als Fälscher entlarvten Klonforschers Hwang Woo Suk. Jetzt führt Lee seine eigene Forschergruppe an - und will künftig reichen Amerikanern genetische Kopien ihrer Lieblingshunde liefern. Den Anfang machte jetzt Pitbull Booger.

HB SEOUL. Booger ist wieder da. Die Amerikanerin Bernann McKinney hat am Dienstag drei Welpen bekommen, die aus dem Erbgut ihres verstorbenen Pitbulls geklont wurden. Da sie die erste Kundin der südkoreanischen Firma RNL Bio ist, bekam sie die Tiere zum Preis von 50 000 Dollar (32 000 Euro). Künftig will das Unternehmen für das Klonen eines Hundes 150 000 Dollar (96 000 Euro) verlangen.

Insgesamt fünf Welpen waren in der vergangenen Woche in einem Labor von zwei Ersatzmüttern - zwei Mischlingshündinnen - geboren worden. Um Booger zu klonen, war zuvor das Erbgut von Ohrzellen des Hundes in Eizellen eingesetzt worden, die dann den Hündinnen eingepflanzt wurden. Die beiden übrigen Klonhunde sollen nun Forschungszwecken dienen.

„Es ist ein Wunder!“ rief McKinney immer wieder am Dienstag, als sie die Klone von Booger in einem Labor der Universität von Seoul zum ersten Mal sah. „Ja, ich kenne Euch! Ihr kennt mich auch“, sagte McKinney und herzte die Welpen, die bei einer ihrer beiden Leih-Hundemütter schliefen.

Mit Booger hat RNL Bio jetzt zum ersten Mal einen Hund kommerziell geklont. McKinney nahm mit dem Unternehmen Kontakt auf, nachdem Booger im April 2006 an Krebs gestorben war. Die südkoreanischen Forscher brachten im März gefrorene Zellen des Hundes nach Seoul. Der Chef von RNL Bio, Ra Jeong Chan, erklärte, seine Firma wolle rund 300 Hunde im Jahr klonen, für Kunden im Nahen Osten könnten vielleicht auch Kamele geklont werden.

Das Team der für RNL Bio arbeitenden Wissenschaftler wird von Lee Byeong Chun geleitet, einem früheren Kollegen des Forschers Hwang Woo Suk. Hwang, der 2005 zum ersten Mal einen Hund geklont hatte, war später wegen gefälschter Forschungsergebnisse in Misskredit geraten. Sein erfolgreiches Hundeklon-Experiment war aber seinerzeit auch von unabhängiger Seite bestätigt worden.

Lees Team hat seitdem rund 20 Hunde geklont, darunter vier Tiere, die einmal Krebserkrankungen im menschlichen Körpern erschnüffeln sollen. Die vier Retriever wurden aus dem Erbmaterial einer sechseinhalb Jahre alten Hündin erzeugt, die dank ihres Geruchssinns über die Fähigkeit verfügen soll, Krebstumore aufzuspüren. Auftraggeber für diese Klonhunde war eine japanische Stammzellenfirma.

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