Südostasien
Nachbeben erschüttern Pakistan

Eineinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien haben am Mittwoch zwei Nachbeben im Norden Pakistans Panik unter den Überlebenden ausgelöst. Der pakistanische Präsident hat unterdessen angeboten, die kaschmirische Grenze für Katastrophenhelfer zu öffnen.

HB MUZAFFARABAD. Nach Angaben der Meteorologiebehörde hatten die Erdstöße eine Stärke von 5,8 und 5,4. „Die Nachbeben waren ziemlich stark und könnten katastrophal für schon betroffene Gegenden sein“, sagte der Generaldirektor der Behörde, Chaudhry Qamaruzzam. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Es kam Augenzeugen zufolge jedoch zu Erdrutschen - und gerade die fürchten die Helfer am meisten. Denn unzählige Menschen sind immer noch ohne Unterstützung von außen, weil Straßen in der Gebirgsregion zerstört sind. Es werde noch Wochen dauern, bis sich das Militär durch die Erdrutsche hindurch bis zum entlegenen, oberen Neelum-Tal vorgearbeitet habe, sagten Offiziere.

Betroffene und Helfer hoffen indes, dass die Streitigkeiten zwischen Pakistan und Indien in der zwischen beiden Ländern aufgeteilten Region Kaschmir angesichts der Katastrophe in den Hintergrund treten. Pakistans Präsident Pervez Musharraf bot überraschend an, den Bewohnern Kaschmirs für Hilfseinsätze und Verwandtenbesuche die Überquerung der Grenze zu erlauben. Die indische Regierung begrüßte das Angebot des pakistanischen Präsidenten, die Demarkationslinie in Kaschmir für Personenverkehr zu öffnen.

Die Helfer haben einen Wettlauf gegen die Zeit angetreten. In der Region naht der Winter. Dem Roten Kreuz zufolge schlafen immer noch zehntausende Überlebende im Freien, einige mit schweren Verletzungen und ohne ausreichend sauberes Wasser. Musharraf erneuerte seinen Aufruf an die internationale Gemeinschaft, Decken und Zelte zu schicken. Eine Million Menschen sind ohne Obdach. 67 000 sind verletzt. Bei dem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 am 08. Oktober starben mindesten 42 000 Menschen.

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