„Summende“ Citys
Wenn die Stadt zum Bienenstock wird

Die gemeine Honigbiene steckt in der Krise. Nicht, weil sie nicht mehr gebraucht würde: Massensterben und Lebensraumveränderung bescheren Imker tiefe Sorgenfalten. Nun setzen Experten auf die Innenstädte - samt Blumen.
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Die Sonne scheint, die Blumen duften und die Bienen summen - es ist Frühling, und viele Menschen zieht es ins Grüne. Dabei hätten sie in der Stadt bessere Chancen, eine Apis mellifera, zu deutsch Honigbiene, zu sehen. Denn der Speisezettel auf dem Land ist für die Insekten vielerorts eher eintönig: Endlose Flächen mit Raps und Mais, mit Pestiziden gedüngte Äcker und grüne Wiesen ohne Farbtupfer.

„Wenn Sie in ein paar Wochen beim Spaziergang einen bunten Blumenstrauß pflücken wollen, werden Sie feststellen, dass das kaum mehr geht“, sagt der Bienenexperte Jürgen Tautz von der Universität Würzburg. In der Stadt hingegen blühen Blumen in Parkanlagen, auf Plätzen und auf Balkonen um die Wette - vom Frühling bis weit in den Herbst.

Das machen sich viele Imker zunutze. Sogar auf Hausdächern gibt es Bienenkörbe, so etwa auf dem Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. Rund 600.000 Bienen schwärmen täglich auf der Suche nach Blütenstaub in die Innenstadt aus. Auch auf dem Dach der Opéra Garnier in Paris summt und brummt es. Und in der Bundeshauptstadt beteiligen sich viele Imker an der Initiative „Berlin summt“.

„Mit der Aktion wollen wir eine größere Wertschätzung der Bienen erreichen“, erklärt Initiatorin Corinna Hölzer. Die Biene sei schließlich eines der wichtigsten Nutztiere. Außerdem solle das Projekt helfen, die Artenvielfalt zu erhalten. Geplant sind nicht nur neue Standorte für die Honigbienen. Hölzer will mit ihren Projektpartnern auch neue Lebensräume für die einzeln lebende Wildbiene und andere Insekten schaffen. Allein von der Wildbiene gebe es in Berlin rund 300 Arten.

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