Super-GAU in Japan Japan verliert den Kampf gegen die Zeit

Update: 16.03.2011 - 08:36 Uhr 13 Kommentare
Die Reste von Fukushima I: Sorgenvolle Blicke in den Nordosten Japans.

Die Reste von Fukushima I: Sorgenvolle Blicke in den Nordosten Japans.

KyotoDie Zerstörungen am japanischen Kernkraft Fukushima Daiichi schreiten weiter voran. Das Augenmerk liegt derzeit wieder auf Block drei. Offenbar ist der Druckbehälter des Meilers beschädigt. „Es könnte radioaktiver Dampf entwichen sein“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwochmittag (Ortszeit) in Tokio.

Im Reaktor zwei des japanischen Atomkraftwerks Fukushima I soll es nach Angaben des Betreibers Tepco allerdings eine gewisse Entspannung geben. Der Druck sei zurückgegangen und die Temperaturen hätten sich stabilisiert, teilte der Energiekonzern am Mittwoch mit. Die Lage im Reaktor vier nannte das Unternehmen dagegen „nicht so gut“. Priorität habe derzeit allerdings die Situation im Reaktor drei.

Die Lage in Block vier ist jedoch in der Tat gefährlich: Verbrauchte Brennstäbe in seinem Abklingbecken sind wegen mangelnder Kühlung wieder aktiv. Sie waren erst kürzlich aus dem Reaktor entnommen worden und sollten hier ruhen, bis sie zum Abtransport bereit waren.

Doch offenbar ist der Kernbrennstoff in den Stäben noch hochaktiv. Nachdem eine Explosion gestern zwei meterlange Löcher in die Wand des Gebäudes von Block vier gerissen hat, berichtet die Betreiberfirma heute von Bränden in der Anlage.

Die immer noch heißen Brennstäbe sind offenbar nur noch teilweise mit Wasser bedeckt. Große Hitze erlaubt dabei die Aufspaltung des umgebenden Wasserdampfs in Sauerstoff und explosiven Wasserstoff.

Das Abklingbecken befindet sich außerhalb des Containments. Wegen der mangelnden Abschirmung gilt die Kettenreaktion in Block vier auch als Ursache für ein Hochschnellen der Strahlungswerte auf dem Gelände.

Auch Block fünf bereitet inzwischen Sorge. Der Reaktor war zwar am Tag des Erdbebens für Wartungsarbeiten heruntergefahren worden. Doch Kühlung braucht der Reaktor trotzdem – und jetzt sinkt der Wasserstand im Druckbehälter, wie Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) mitteilt. Dieser Zustand ist auch der laufenden Kernschmelze in den Blöcken eins bis drei vorausgegangen.

Die Einsatzkräfte leiten weiterhin Meerwasser in die Druckgefäße der drei Reaktoren, die als erste in einen gefährlichen Zustand übergegangen sind. In Block eins liege die Zerstörung der Brennstäbe bei 70 Prozent, in Block zwei bei einem Drittel, schätzt Tepco.

Das Einleiten von Meerwasser gilt als letzte Notmaßnahme, wenn alle regulären Kühlmöglichkeiten versagen. Bis der Kern zur Ruhe kommt, können bei dieser mangelhaften Methode Tage oder Wochen vergehen. So lange müssen die Bedienmannschaften durchhalten.

Das japanische Fernsehen betont weiterhin in verblüffenden Maße beruhigende Informationen und weist beispielsweise auf die immer noch niedrigen Strahlenwerte in Tokio hin. Die japanischen Tageszeitungen zeigen sich dagegen in ihren gedruckten Ausgaben am Mittwoch erstmals sichtlich nervös. 

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13 Kommentare zu "Super-GAU in Japan: Japan verliert den Kampf gegen die Zeit"

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  • wir können ja mal die merkel nach japan schicken,für einen kleinen vorgeschmack.weil in deuschland steht der super gau vor der haustüre.gezeichnet hochachtungsvoll JENSEITZ (VON GUT UND BÖSE)

  • Hochachtung für die arbeitenden Kraftwerksbesatzungen in Fukushima. Ich bewundere das japanische Volk wie ohne Schnellschüsse mit derartigen Ereignissen umgegangen wird.
    Jedem Kind ist klar, dass Strom aus der Steckdose kommt, vielen Älteren ist nicht klar, dass dafür an irgendeiner Stelle etwas getan werden muss. Wir können z.Z. weder einen Bahnhof, eine Hochspannungsleitung geschweige denn ein Kraftwerk bauen, da niemand so was vor der Haustür haben möchte. Vielleicht gibt es genügend grünen Strom im Ausland für unseren Wohlstand zu kaufen.
    Ich bin gespannt, wer sich diesen (Strom)dann noch leisten kann.
    Ohne Wohlstand gibt es auch keine Schäden.

  • @kschoen und Samuel
    Na, wer hat denn eurer Meinung nach da die Zügel in der Hand? Wer benutzt denn skalare Waffen und Haarp-Systeme? Und wer soll davon profitieren, wenn AKWs hochgehen?
    Also meine Herren, "Butter bei die Fische": Wer ist es?

  • Was auch immer in Japan los ist und wie der Rest der Welt damit umgehen mag, fest steht: es wird nicht bei den Erschütterungen in Japan bleiben sondern andere Nationen werden folgen, die wirtschaftlich an den Boden gebracht werden durch Erdbeen, Hurricans, Flutwellen und so weiter und menschlich demoralisiert werden sollen.

    Der Bürger informiere sich über skalare Waffen- und HAARP-Systeme, mit welchen dies alles von Menschenhand bereits künstlich erzeugt werden kann!

    Und das Politiker-Geplapper ist dabei sowas von unwichtig -denn die Ratten verlassen zuerst die sinkenden Schiffe, zumindest die in Europa.Unser Mitgefühl sollte der Nation Japans gelten, ohne Schuldzuweisungen und Fingerzeige - Bewahre Gott, dass wir in Deutschland uns auf diese Weise hervortun werden.

    Weiter interessantes hätten vielleicht auch einmal die Geistlichen der etablierten Kirchen zu sagen, denn die Bibel sagt klar und deutlich, WESHALB diese Dinge geschehen und was dies alles zu bedeuten hat!

  • Unfassbar, dass die Bewohner des Landes so ruhig bleiben!
    In Europa, oder auch den USA würden sich die Leute im Supermarkt über den Haufen schießen , um das letzte Wasser zu bekommen.
    Meine Hochachtung dafür.
    Sicher hängt das Verhalten auch mit der Informationspolitik im Land zusammen,ich hoffe der Schaden kann möglichst gering gehalten werden, sofern man überhaupt noch davon sprechen kann.
    Kernkraft in Deutschland abzuschaffen ist M.M.n. aber Wunschdenken von grünen Fanatikern, realistisch betrachtet ist eine Abschaltung aller KKW´s ein wirtschaftlich nicht zu vertretender Schritt, so lange nicht einen adäquate Alternative zur Verfügung steht.
    Zumal sich die Gefahrenlage bei uns im Land in den letzten Jahren nicht geändert hat. Dieser Aktionismus nach den aktuellen Vorfällen ist wieder typisch für uns Europäer, kaum passiert was, wird hektisch und unüberlegt drauflos gegackert,wie im Hühnerstall.

  • So stelle ich mir verantwortlichen Journalismus vor. Großes Lob für diese Informationen. Davon können anderer Zeitungen nur träumen.

  • @Wundersam:
    Die Antworten sind relativ einfach zu beantworten, wenn du die Kultur der Japaner kennst.
    1. Alle die, die noch im Kraftwerk arbeiten haben sich freiwillig gemeldet. Ca. 50 Mann wollen sich für ihr Land opfern & setzen dabei alles aufs Spiel. Diese Menschen sind bemerkenswert & wahre Helden Japans. Japaner haben einen extremen Nationalstolz.
    2. Tepco kennt die Anlage, ihre Probleme & hat die Arbeiter. Warum der Regierung die Macht geben? Auch wenn Tepco Fehler gemacht hat, sie sind die Experten.
    3. Wieder die Japaner. Ohne einen Job ist ihr Leben nichts wert. Die Japaner leben für ihre Arbeit oder warum glaubst du bringen sich Japaner um, wenn sie arbeitslos werden?

    Ich bete für Japan :(

  • Was heist das? Was willst Du uns damit sagen?

  • @wundersam : daß sie einfach laufen würden wie ein hase steht ausser frage ... wollen sie schmalspurdenker 6 reaktoren sich selbst überlassen und auf gottt hoffen ? wollen sie ganz japan evakuieren oder einfach auf der insel lassen und mitunter alle einer tödlichen strahlendosis aussetzen ? hauptsach sie hätten ein paar wochen feiges leben gewonnen . die reaktorfahrer haben alles und zwar alles zu versuchen um die kommenden schäden zu "minimieren" unbeachtet des schades der auf japan zukommt.

  • Hallo,
    jetzt ist es Zeit aller Parteicoloeur aussen vor endlich geschlossen aufzutreten. Es gibt nur eine Erde und mit der müssen wir ALLE auskommen. Gewinnstreben ist ok aber auf Kosten anderer?
    Was sagen wir unseren Kindern wenn Sie nicht mehr draussen spielen können oder nur mit Schutzanzügen?
    Politiker die das nicht verstehen haben nichts mehr in der Ploitik zu suchen.
    Wählt Sie ab, lässt Sie in Ihrem erlernten Beruf ihre Rente erarbeiten !!!

    Mündige Bürger wählt nicht mit Herz sondern mit Verstand und schaut genau hin, nicht nur 5 Monate vor einer Wahl.
    Das sind sowieso alles nur Lügen.

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