Superdome wiedereröffnet
New Orleans feiert „Welcome-Back-Party“

Es war nicht das Spiel des Jahres, aber gewiss das Sportereignis des Jahres in den USA. Knapp 13 Monate nach Hurrikan „Katrina“ wurde am Montagabend der Superdome von New Orleans wiedereröffnet. Während der Flutkatastrophe hatte er als Notquartier international für Aufsehen gesorgt und wurde zum Symbol für eine große menschliche Tragödie. Ausgerechnet hier feierten die Menschen nun die Wiedergeburt einer der größten amerikanischen Städte.

HB NEW ORLEANS. Die riesige Sportarena, in der am Montagabend 68 000 begeisterte Zuschauer das erste Heimspiel ihres American-Football-Teams seit 2004 verfolgten, war während der Überflutungen ein Zufluchtsort für Tausende Menschen. Als New Orleans im Wasser versank, brachten sich mehr als 30 000 Menschen im Superdome vor den Fluten in Sicherheit. Die Gestrandeten warteten tagelang bei Temperaturen um die 38 Grad Celsius und unter menschenunwürdigen Bedingungen, ohne Klimaanlagen und Toiletten, auf Hilfe.

Mehr als 70 000 begeisterte Zuschauer machten aus dem ersten Heimspiel ihrer Football-Mannschaft New Orleans Saints gegen die Atlanta Falcons die erwartet große „Welcome-Back-Party“. Die Feiern rund um den Superdome und auch zur Eröffnung des Spiels erinnerten am Montag ein wenig an Mardi Gras, den Karneval in New Orleans. Vor Spielbeginn sangen und tanzten die Fans schon passend zum Ereignis mit der Rockband U2 zu deren Superhit „Beautiful Day“. Stars solcher Größenordnung treten normalerweise nicht bei Heimspielen, sondern erst im Finale, dem „Super Bowl“, auf. Viele Menschen waren begeistert, wieder die New Orleans Saints spielen zu sehen, nachdem es schon Gerüchte gab, das Team werde nie mehr in die Stadt zurückkehren. Es musste die ganze vergangene Saison in anderen Stadien spielen. Das letzte reguläre Heimspiel war 2004. Die Falcons aus Atlanta erwiesen sich bei der Premiere nicht als Spielverderber, sondern als netter Gegner. Sie verloren 3:23. „New Orleans schwelgt im Sieg“, titelte die US-Sportpresse.

„Das ist genau das, was die Stadt braucht“, sagte die 58-jährige Clara Donate, die bei „Katrina“ ihr Haus verlor. „wir brauchen alle etwas anderes, woran wir denken können.“ Umrahmt wurde die feierliche Wiedereröffnung von Auftritten der Bands U2 und Green Day im Stadion, davor spielten die Goo Goo Dolls. Tausenden kamen zu dem Spektakel, was zu einem Verkehrschaos rund um den Supderdome führte. Der US-Sportsender ESPN übertrug das Spiel live und blendete in den Pausen immer wieder Bilder ein, die an den Untergang der Stadt im Wasser vor einem Jahr erinnerten.

Das Spiel sei ein Symbol sowohl für die Hoffnung als auch für die Verzweiflung, sagte der Kommentator. Hoffnung, weil nach der Eröffnung des Superdomes und der Rückkehr der Saints wieder ein Stück Normalität eingekehrt sei und die finanziell klamme Stadt auf Einnahmen hoffen könne. Verzweiflung, weil noch ganze Straßenzüge unbewohnbar seien und viele Fans auch ein Jahr nach dem verheerenden Hurrikan nicht in ihre Heimatstadt zurückkommen könnten.

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