Syrien
40 Tote bei Sprengstoffanschlägen

In Damaskus ist ein großer Sprengsatz explodiert. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtet von 40 toten und 170 Verletzten. Führung und Opposition machen sich gegenseitig für die Anschläge verantwortlich.
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DamaskusBei einem schweren Doppel-Anschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mehr als 40 Menschen getötet worden. Etwa 170 Menschen wurden durch die Bomben verletzt, für die sich die autoritäre Führung des Landes und die Opposition gegenseitig verantwortlich machten. Der Chef der internationalen UN-Beobachtermission, Robert Mood, forderte ein Ende der Gewalt.

Zur Zahl der Toten und Verletzten gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Unter den beiden Sprengsätzen sei mindestens eine Autobombe gewesen. Diese seien an einem Geheimdienstgebäude im Süden der Hauptstadt explodiert, gegen das sich in der Vergangenheit bereits mehrere Anschläge gerichtet hatten.

Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP aus Damaskus berichtete, wurden durch die Sprengsätze mehrere Autos auf einer Schnellstraße zerstört und die Fassaden der umliegenden Gebäude schwer beschädigt oder zum Teil eingerissen. Die Explosionen hinterließen einen metertiefen Krater. Riesige Rauchsäulen stiegen empor. Das Staatsfernsehen zeigte verkohlte Leichen. Rettungskräfte und Anwohner bargen die Leichen aus den Autos.

Das Staatsfernsehen machte wie gewohnt „Terroristen“ für die Anschläge verantwortlich. Diese hätten ihre Bomben gezündet, als zahlreiche Menschen auf dem Weg zur Arbeit und in die Schule gewesen seien. Die meisten Opfer seien Zivilisten. Der Syrische Nationalrat als wichtigstes Oppositionsbündnis erklärte dagegen, das „Regime“ wolle mit den Anschlägen die internationalen Beobachter der Waffenruhe einschüchtern. Zugleich nutze es die Taten, um bewaffnete Gruppen und Al-Kaida verantwortlich zu machen.

Der Leiter der UN-Beobachtermission, Robert Mood, begab sich an den Anschlagsort und forderte ein Ende der Gewalt. Er appelliere an alle, dazu beizutragen, die Gewalt zu beenden, teilte der norwegische General mit.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von den „gewalttätigsten“ Anschlägen in Syrien seit Beginn der Revolte gegen Präsident Baschar al-Assad vor mehr als einem Jahr. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt blutige Anschläge in Damaskus gegeben. Zuletzt waren am 27. April elf Menschen bei einem Selbstmordanschlag vor einer Moschee getötet worden.

Die Protestbewegung in Syrien hat sich in jüngster Zeit zunehmend radikalisiert und militarisiert. Experten befürchten, dass die Bewegung vermehrt von Extremisten des Terrornetzwerks Al-Kaida unterwandert wird.

Trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe gab es auch am Donnerstag wieder Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurde ein Kind von Regierungstruppen in der Provinz Idlib getötet. Zwei weitere Zivilisten seien in Daraa und Homs getötet worden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Die Ausbildungslager an der Grenze zwischen Kosovo und Albanien, wo die syrischen Terroristen ausgebildet werden sollen, wurden ursprünglich vom US-Militär gegründet, um UÇK-Kämpfer zu trainieren.

  • "Das Bild der Zerstörung erinnerte an Terroranschläge im Irak." Die Täter sicher auch.

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