Täter arbeitslos
Verletzte bei Geiselnahme in griechischer Fabrik

Mit einem Gewehr bewaffnet drang ein Mann in eine griechische Fabrik ein, verletzte drei Menschen und nahm zwei Geiseln. Bei dem Täter handelt es sich um einen ehemaligen Angestellten der Fabrik.
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Saloniki/AthenEin arbeitsloser Mann hat in einer Kunststoff-Fabrik in Griechenland drei Menschen angeschossen und zwei weitere als Geiseln genommen. Der Schütze, der vor acht Monaten von dem Unternehmen entlassen wurde, drang am Donnerstag in das Werk ein und schoss auf ein Mitglied der Geschäftsführung und einen anderen Angestellten, wie die Polizei mitteilte.

Die Geiselnahme in der nordgriechischen Stadt Komotini dauerte am Donnerstagabend zunächst an. Der Täter soll nach Angaben des Unternehmens „Helesi“, dem das Werk gehört, 52 Jahre alt sein. Zunächst hieß es, der Täter sei 62 Jahre alt. Sondereinheiten umzingelten das Werk. Psychologen versuchten, den Mann zum Aufgeben zu überreden, wie ein Offizier der Polizei der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der Mann sei mit einem Jagdgewehr bewaffnet.

Nach Informationen griechischer Medien handelt es sich um einen der Besitzer der Fabrik, einen Angestellten und einen Polizisten. Dies bestätigte die Firma „Helesi“. Wie es in ihrer Erklärung weiter hieß, sei der Geiselnehmer von der Fabrik vor acht Monaten entlassen worden, weil er „instabil“ gewesen sei.

Der Chef des Arbeitsamts in Komotini, Pantelis Magalios, sagte der Nachrichtenagentur AP, der Schütze habe kein Geld mehr. „Er war mehrere Jahre in der Fabrik angestellt. Vor acht Monaten wurde er entlassen und sie haben ihm versprochen, ihn wieder einzustellen“, sagte Magalios. „Seine Kollegen haben mir erzählt, er habe seit vier Tagen nichts mehr gegessen“, sagte er. Lokale Medien berichteten, der Täter wollte wieder eingestellt werden und fordere zudem 31.000 Euro Entschädigung.

Die Polizei verhandelte mit dem 52 Jahre alten Täter über eine Freilassung der beiden Geiseln, bei denen es sich um Fahrer der Fabrik handelte. Nicht von offizieller Seite bestätigten Berichten des griechischen Staatsfernsehens zufolge bereitete eine Sondereinheit der Polizei parallel dazu die Erstürmung der Fabrik vor, in der normalerweise Mülleimer und andere Kunststoffgegenstände gefertigt werden. Aus den Kreisen der Polizei hieß es dagegen, der Täter solle „auf jeden Fall, auch wenn es die ganze Nacht dauert“, überredet werden, aufzugeben. An eine Intervention denke die Polizei nicht, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstagabend.

Seit Beginn der Finanzkrise ist die Arbeitslosigkeit in Griechenland auf 21 Prozent gestiegen. Besonders schwer betroffen sind die nördlichen Regionen Mazedonien und Thrakien, wo die Arbeitslosenquote bei 24 Prozent liegt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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