Täter fügte sich selbst Verletzungen zu
Mann läuft mit Samuraischwert Amok

Bei einem Amoklauf ein einem Pforzheimer Vesandhaus ist eine Frau getötet worden und zwei weitere Frauen wurden schwer verletzt. Ein 24-jähriger Mann schlug wild mit der zur Dekoration dienenden Waffe um sich. Sein Motiv ist noch nicht bekannt.



HB PFORZHEIM. Nach dem Blutbad in einem Versandhaus steht Pforzheim unter Schock. Die Goldstadt, die für ihre Schmuck- und Uhrenindustrie bekannt ist, wurde von dem Amoklauf eines 24-Jährigen aus heiterem Himmel getroffen. „In was für einer Gesellschaft leben wir?“ Diese Frage eines Passanten beschäftigte auch viele andere, die in die Nähe des Tatorts in die Maximilianstraße gekommen waren. Eine Frau bangte um ihre Freundin, die in dem Versandhaus Bader arbeitet. Ob sie die unbegreifliche Tat unverletzt überstanden hat? Über Handy kam die erlösende Nachricht: „Alles okay bei mir.“

Vier andere Frauen im sechsten Obergeschoss des Gebäudes hatten kein Glück. Sie wurden von dem Täter mit einem Samuraischwert getroffen. Eine 27-Jährige war sofort tot. Drei weitere Frauen im Alter von 20, 34 und 57 Jahren wurden schwer verletzt. Eine von ihnen kam mit einem Rettungshubschrauber in eine Ludwigshafener Spezialklinik, die beiden anderen in ein nahe gelegenes Krankenhaus.

Das Gebäude wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Erst am Mittwoch könne wieder mit einer Freigabe gerechnet werden, sagte ein Polizeisprecher. Viele Schaulustige bevölkerten die gegenüberliegende Straßenseite und diskutieren erregt über die Bluttat. „Wie kann so ein scharfes Schwert so offen herumliegen?“ fragt eine Frau und erntet damit allgemeines Kopfnicken. Die Frage ist bisher nicht geklärt. Nach Polizeiangaben gehörte das Samuraischwert offenbar zum Dekorationsbestand des Direktverkaufszentrums in Pforzheim. Die Firma Bruno Bader GmbH & Co KG führt auch in ihrem Verkaufssortiment Schwerter. „Conan, der Barbar“ und „Excalibur König Artus“ - unter diesen Namen bietet das Mode-Versandhaus im Internet ein zweiteiliges Schwerter-Set „aus Zamak, Bronze und Eisen“ an. Die beiden „Reproduktionen historischer Schwerter“ sind 78,5 Zentimeter lang.

Aus historischem Spiel wurde blutiger Ernst. Die Pforzheimer Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) zeigte sich am Dienstag in einer ersten Stellungnahme bestürzt über die Tat und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Zugleich wies sie das städtische Jugend- und Familienamt an, „bei der psychologischen Betreuung und Hilfestellung der Angehörigen unterstützend zu wirken“. Dazu wurde eine spezielle Hotline für Angehörige geschaltet.

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