Täter gefasst
Raubüberfall auf Bohlen aufgeklärt

Sieben Monate nach dem Raubüberfall auf den Musikproduzenten Dieter Bohlen auf dessen Villa vor den Toren von Hamburg sind zwei junge Männer als Tatverdächtige verhaftet worden. Die beiden Kriminellen reisten von weit her an, um den prominenten Sprücheklopfer zu berauben.

HB RECKLINGSHAUSEN. Die beiden Verdächtigen aus Recklinghausen im nördlichen Ruhrgebiet legten ein umfassendes Geständnis ab, wie die Polizeiinspektion Harburg am Donnerstag mitteilte. Vorher war bei Durchsuchungen in ihren Wohnungen belastendes Beweismaterial sichergestellt worden, wie es hieß.

Die beiden Verdächtigen waren zur Tatzeit 17 und 18 Jahre alt. Gegen beide sei am Donnerstag von einem Richter in Recklinghausen Haftbefehl erlassen worden, sagte der Polizeisprecher. Die Polizei sei durch einen Tipp auf die beiden gestoßen, sagte Wolfgang Dörsch von der Staatsanwaltschaft Bochum. Beide hätten bislang keine Vorstrafen. Vorgeworfen wird ihnen erpresserischer Menschenraub und schwere räuberische Erpressung. Dafür drohen ihnen im Höchstfall bis zu zehn Jahre Haft.

Die zwei bewaffneten Männer hatten Bohlen in seiner Villa in Tötensen südlich von Hamburg am 11. Dezember 2006 morgens überfallen und den Musiker wie auch seine Freundin und zwei Hausangestellte gefesselt. Gegen 08.45 Uhr hatten die mit Wollmasken getarnten Männer zunächst den 65-jährigen Gärtner mit einer Waffe und einem großen Küchenmesser bedroht. Er musste an die Haustür klopfen, die von der Haushälterin geöffnet wurde.

Der Gärtner wurde in die Villa gestoßen und zusammen mit der Haushälterin in der Küche gefesselt. Der Musiker und seine Freundin kamen hinzu, wurden bedroht und ebenfalls gefesselt. Die Täter zwangen Bohlen nach dessen Angaben, 60 000 Euro herauszugeben. Dann flüchteten sie zu Fuß. Der Musiker konnte sich befreien und rief die Polizei.

Die Männer waren bei den Überfall gefilmt worden, einer war sogar zeitweise unmaskiert zu sehen. Auf dem Grundstück fanden Fahnder später eine Schreckschusspistole und das Küchenmesser. Für Hinweise hatte die Polizei eine Belohnung von 5 000 Euro für Hinweise ausgesetzt.

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