Täter planten Anschlag auf Flugzeug
Terrorplan in Deutschland aufgedeckt

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Verdächtige, die einen Bombenanschlag auf ein Passagierflugzeug in Deutschland vorbereitet haben sollen.

sig/rtr BERLIN. Die Beschuldigten hätten beabsichtigt, über einen Mittelsmann Sprengstoff an Bord einer Maschine zu schmuggeln, teilte Bundesanwalt Frank Wallenta am Montag in Karlsruhe mit. Allerdings hätten sich die Anschlagspläne noch in einem frühen Stadium befunden. Wie der „Tagesspiegel“ aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelt es sich bei den meisten Verdächtigen um Männer palästinensischer Herkunft, die aus Jordanien nach Deutschland kamen. Offenbar sollte der Anschlag in Frankfurt ausgeführt werden. Ziel sollte ein Flugzeug der israelischen Gesellschaft El Al werden.

Die Ermittlungen richten sich gegen sechs namentlich bekannte und weitere unbekannte Beschuldigte, sagte Wallenta. Sie stünden im Verdacht, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung zu sein oder eine solche zu unterstützen. Der Bundesanwaltschaft zufolge haben Polizisten bereits am Freitag neun Wohnungen in Rheinland-Pfalz und Hessen durchsucht und sechs Beschuldigte festgenommen. Nach der Vernehmung seien fünf Verdächtige am folgenden Tag jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Beschuldigter blieb wegen einer anderen Sache in Haft. Die Bundesanwaltschaft wollte sich zu den Gründen für die Freilassungen nicht äußern. Der Stuttgarter Strafverteidiger Georg Prasser sagte, er könne sich diesen Schritt nur mit der „ungenügenden Verdachtslage“ erklären. „Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hätte bei konkreten Beweisen Haftbefehl erlassen“, sagte Prasser dem Handelsblatt.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft sollen die Verdächtigen in diesem Sommer eine Person mit Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens kontaktiert haben, die bereit gewesen sei, einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in ein Flugzeug zu schmuggeln. Allerdings hätten sie sich mit ihrem Mittelsmann noch nicht auf einen Preis geeinigt.

Die Bundesregierung bezeichnete die Ermittlungserfolge als ermutigend. Allerdings belege der Fall, dass es sich bei der Bedrohung durch Terroristen nicht nur um eine abstrakte Gefährdung handele.

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