„Tage des Zorns“
Proteste in Bahrain vor Formel-1-Rennen

In Bahrain ist es vor dem Grand Prix zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging entschieden gegen Demonstranten vor und nahm viele fest. Die Opposition kündigte an, die Formel 1 mit „Tagen des Zorns“ zu begleiten.
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ManamaIn den Vororten der Hauptstadt Manama ging die Polizei am Freitag mit Tränengas und Blendgranaten gegen Demonstranten vor. Nach Angaben von Aktivisten sind allein in den vergangenen Tagen 95 Menschen nach Protesten festgenommen worden. Die Opposition kündigte an, den Grand Prix mit „Tagen des Zorns“ zu begleiten. Die Sicherheitsvorkehrungen in dem Land mit rund 1,3 Millionen Einwohnern sind enorm verschärft worden. Am Freitag fand in dem Königreich das Training statt, am Sonntag soll das Formel-1-Rennen ausgetragen werden.

Bereits im Vorfeld hatte es viel Kritik an der Ausrichtung der Veranstaltung in Bahrain gegeben. Dem Königreich wird vorgeworfen, mit dem Rennen sein international angekratztes Ansehen verbessern zu wollen. Während Sportjournalisten zur Berichterstattung ins Land durften, wurde anderen Reportern die Einreise verweigert. Es wird damit gerechnet, dass 100.000 Besucher zu dem Rennen kommen und dem Tourismus neuen Schwung verleihen.

Im vergangenen Jahr sagten die Organisatoren den Grand Prix noch wegen des gewaltsamen Vorgehens der Regierung gegen Demonstranten ab. Bahrain befindet sich seit Beginn des Arabischen Frühlings in Aufruhr. Die Proteste waren von der Regierung unter anderem mit Hilfe von Truppen aus verbündeten Nachbarstaaten, darunter auch Saudi-Arabien, niedergeschlagen worden. Dabei kamen Dutzende Menschen ums Leben. Seither kommt es nahezu täglich zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Jugendlichen.

Die Opposition fordert die Umwandlung Bahrains in eine parlamentarische Demokratie. Bahrain wird von der Al-Chalifa-Familie regiert. Die Dynastie ist im Gegensatz zur mehrheitlich schiitischen Bevölkerung sunnitisch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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