Taifun auf den Philippinen
Hunderte vermisst nach Fährunglück

Vor der philippinischen Küste sind während des Taifuns „Fengshen“ möglicherweise Hunderte Menschen bei einem Fährunglück ums Leben gekommen. Die Behörden sprachen von 845 vermissten Passagieren, nachdem Stunden nach dem Kentern weitere Namen auf einer Passagierliste entdeckt worden waren. Zunächst konnten demnach nur vier Überlebende gerettet werden.

HB MANILA. Sie berichteten, viele Passagiere hätten das Schiff bei dem Unglück am Samstag nicht mehr rechtzeitig verlassen können.



Von der „MV Princess of Stars“ rage bei heftigem Wellengang und strömenden Regen nur noch der Bug aus dem Wasser, sagten Rettungskräfte. Der Taifun war mit bis zu 195 Stundenkilometern über die Region hinweggefegt. Im Zentrum und im Süden des Landes starben dabei nach offiziellen Angaben mindestens 155 Menschen. Am Sonntag suchte der Sturm die Hauptstadt Manila heim und schlug dann einen Kurs Richtung Taiwan ein, wo er Meteorologen zufolge in den kommenden Tagen die Küste erreichen könnte.

„Viele Passagiere sind einfach ins Wasser gesprungen“, sagte eine Überlebende einem örtlichen Radiosender. Es habe nur eine einzige Mitteilung der Besatzung über Probleme gegeben. Kurz danach sei das Schiff in Schräglage geraten. Vor allem ältere Menschen seien auf der Fähre geblieben. In den Büros des Fährbetreibers Sulpicio Lines forderten Angehörige teils mit Tränen in den Augen genaue Informationen. „Mein Vater war an Bord und es gibt keine guten Nachrichten“, sagte eine Frau. „Er ist 59 und ich weiß noch nicht einmal, ob er schwimmen kann.“



Gleichwohl könnten sich der Küstenwache zufolge viele Menschen auf eine der zahlreichen Klein-Inseln in der Nähe gerettet haben. Die Fähre war nahe der Insel Sibuyan in Seenot geraten, doch konnte sie wegen hohen Wellengangs nicht erreicht werden. An Bord waren 121 Besatzungsmitglieder und mindestens 724 Passagiere, darunter 53 Kinder und Kleinkinder.



Auch auf dem Festland war die Lage dramatisch. Allein in der Provinz Iloilo kamen den Behörden zufolge 101 Einwohner ums Leben, als Ortschaften überflutet wurden. „Ilolio sieht aus wie ein Meer“, sagte Gouverneur Neil Tupaz im Hörfunk. „Das ist das schlimmste Unglück, dass wir je in unserer Geschichte hatten.“



Im benachbarten Capiz wurden rund 2000 Gebäude zerstört. Viele Gebiete waren von der Außenwelt abgeschnitten. Zehntausende Menschen warteten auf Rettung. In der Hauptstadt Manila fiel in vielen Stadtteilen der Strom aus. Der Staat mit seinen mehr als 7000 Inseln hat jedes Jahr mit schweren Unwettern zu kämpfen. Auch kommt es immer wieder zu Unglücken auf See. 1987 starben mehr als 3000 Menschen, als eine Fähre mit einem Öltanker zusammenstieß. Es war das schwerste Schiffsunglück zu Friedenszeiten seit Menschengedenken.

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